Commerzbank hat den Freitag bei 37,83 Euro beendet und verhält sich dabei vergleichsweise ruhig. Allerdings steht hier die Gesamtbilanz im Fokus: Die Aktie ist in den vergangenen drei Monaten um mehr als 20 % gestiegen. Damit bewegt sich der Titel weiterhin nahe seines Mehrjahreshochs.

Bemerkenswert ist dabei vor allem der Abstand zwischen aktuellem Kurs und den Erwartungen der Analysten. Das mittlere Kursziel beträgt 39,95 Euro. Daraus ergibt sich ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von rund 5,6 %.

Die Zuversicht der Analysten stützt sich auf die operative Entwicklung der Bank. Für das Geschäftsjahr 2026 werden Umsätze von 13,25 Milliarden Euro erwartet. Der Nettogewinn soll bei 3,27 Milliarden Euro liegen. Für 2027 rechnen die Schätzungen bereits mit einem Nettogewinn von 3,88 Milliarden Euro. Parallel sinkt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,5 auf 10,1. Die Rendite steigt nach den Prognosen von 3,89 % auf 4,86 %.

Die Schlacht tobt weiter!

Gleichzeitig bleibt der Übernahmekampf mit UniCredit ein, wenn nicht der bestimmende Faktor. Vorstandschefin Bettina Orlopp wirbt weiterhin aktiv dafür, das Angebot der italienischen Großbank abzulehnen. Nach Angaben der Commerzbank beteiligten sich bislang weder institutionelle Investoren noch Privatanleger in nennenswertem Umfang an den Andienungen. Die Bank sieht darin einen Beleg für die breite Unterstützung ihrer Eigenständigkeitsstrategie.

Für Anleger treffen damit zwei Entwicklungen zusammen. Einerseits sorgt der Übernahmepoker regelmäßig für Schlagzeilen. Andererseits sprechen die Bewertungskennzahlen und die Gewinnschätzungen weiterhin für eine solide operative Entwicklung. Diese Kombination erklärt, warum die Aktie trotz der jüngsten Konsolidierung in der Nähe ihrer Höchststände notiert und von Analysten weiterhin überwiegend positiv eingeschätzt wird. Der Übernahmepoker dürfte aber die Entwicklung am stärksten beeinflussen.