Fast 37,20 Euro kostet eine Commerzbank-Aktie derzeit – nur 1,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 72,5 zeigt: Anleger kaufen trotz überkaufter Niveaus. Heute legt das Papier um 1,3 Prozent zu.
Hinter dem Kursanstieg steckt mehr als nur Übernahmepoker. Die Bank hat operative Substanz geliefert.
Kennzahlen verbessert, Prognose angehoben
Das erste Quartal 2026 fiel stark aus. Das operative Ergebnis legte auf 1,36 Milliarden Euro zu, der Überschuss auf 913 Millionen Euro – rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite kletterte auf 12,7 Prozent.
Bemerkenswert: Der Zinsüberschuss blieb trotz sinkender Leitzinsen stabil bei zwei Milliarden Euro. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 53 Prozent.
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Das Management reagierte prompt und hob den Netto-Gewinnausblick für 2026 von über 3,2 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an.
Langfristziele und Stellenabbau
Unter dem Namen „Momentum 2030“ peilt der Vorstand ambitionierte Ziele an: einen Nettogewinn von 5,9 Milliarden Euro, Erträge von 16,8 Milliarden Euro und eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent. 600 Millionen Euro fließen bis dahin in Künstliche Intelligenz.
Zudem plant die Bank den Abbau von Stellen. Die Kosten beziffert der Vorstand auf rund 450 Millionen Euro. Der Umbau soll sozialverträglich über Verrentung und Altersteilzeit erfolgen.
UniCredit-Angebot: Kaum Resonanz
Bis zum 3. Juli 2026 läuft die Annahmefrist für die Übernahmeofferte der italienischen UniCredit. Die bisherige Resonanz fällt eindeutig aus: Nur 0,02 Prozent der Commerzbank-Aktien wurden angedient.
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Am 15. Mai lag der rechnerische Angebotswert bei 34,56 Euro – der Aktienkurs schloss bei 36,48 Euro. Vorstand und Aufsichtsrat lehnen das Angebot ab. Ihr Argument: „Das Angebot von UniCredit bewertet die Commerzbank deutlich unter ihrem Wert.“
Aktionäre stützen die Strategie
Die Hauptversammlung in Wiesbaden bestätigte im Mai den Eigenständigkeitskurs. Die Dividende von 1,10 Euro je Aktie passierte mit 99,88 Prozent Zustimmung. Die Ermächtigung zu Aktienrückkäufen erhielt 96,25 Prozent.
Die Bank will künftig den gesamten Nettogewinn ausschütten – in Dividenden und Rückkäufen. Voraussetzung: Die Kapitalquote bleibt über 13,5 Prozent.
Termine mit Signalwirkung
Am 4. Juni präsentiert sich die Commerzbank auf einer Konferenz von Goldman Sachs. Die Zahlen zum zweiten Quartal folgen am 6. August. Dann zeigt sich, ob die operative Dynamik das neue Kursniveau trägt – oder ob die Übernahmedebatte wieder an Fahrt gewinnt.
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