Die mögliche Übernahme durch UniCredit macht die Bewertung der Commerzbank-Aktie schwer kalkulierbar. Das ist die Kernbotschaft einer frischen Analystenstudie. RBC senkte das Kursziel von 41 auf 39 Euro und beließ die Einstufung bei „Sector Perform“.
Zwei Unsicherheiten, ein Abschlag
Analystin Anke Reingen verweist auf die anbahnende Übernahme durch den Rivalen UniCredit. Wie sie sich kurzfristig auf die Aktie auswirke, sei derzeit kaum abzusehen. Ein Bieterverfahren mit offenem Ausgang erschwert klassische Bewertungsmodelle, weil Kursimpulse eher von Verhandlungen als von Fundamentaldaten kommen können.
Hinzu kommt ein zweiter Punkt: Das Vertrauen in die Aussichten für den Nettozinsertrag sei getrübt. Er ist die größte Ertragsquelle der Bank. Anlass der Anpassung waren die zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen.
RBC ist nicht das einzige Haus, das zuletzt nachjustierte. Die DZB Bank kappte ihr Ziel auf 40 Euro, während ODDO BHF das seine anhob. Das Analystenbild bleibt damit uneinheitlich.
Marktumfeld und Termine
Das Umfeld ist derweil nervös. Starke Verluste an den US-Aktienmärkten im Zuge eines Ausverkaufs bei KI- und Halbleiterwerten drückten die Stimmung, deutsche Staatsanleihen legten zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 3,22 Prozent. Die Anleiheexperten der Commerzbank erwarten, dass die fragile Risikostimmung Bundesanleihen weiter stützt.
Für die Bank selbst stehen in der kommenden Woche mehrere Termine an:
- 16. November, 11:45 Uhr: Vorstandschef Orlopp spricht bei der Euro Finance Week in Frankfurt
- 19. November, 11:00 Uhr: EZB-Bankenaufsichtschefin Buch stellt den SREP-Bericht 2026 vor
- 18. November, 10:00 Uhr: EZB-Finanzstabilitätsbericht
Am Montag nimmt zudem UniCredit mit Zahlen die Aufmerksamkeit der Commerzbank-Anleger in Anspruch. Orlopps Auftritt am 16. November dürfte zeigen, ob er sich zum Stand der Gespräche konkreter äußert.
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