Am Freitag hat RBC Capital Markets die Einstufung für die Commerzbank-Aktie von „Outperform“ auf „Sector Perform“ herabgesetzt und das Kursziel von 43 auf 40 Euro gesenkt. Das Analysehaus begründete den Schritt mit gestiegenen Eigenkapitalkosten. Zudem sorgten die Pläne des italienischen Großaktionärs UniCredit für größere Risiken und eine spürbar geringere Berechenbarkeit bei dem Frankfurter Geldhaus.
Damit trübt sich die Stimmung unter den Analysten weiter ein. Bereits am Mittwoch hatte Deutsche Bank Research das Papier von „Buy“ auf „Hold“ zurückgestuft, das Kursziel jedoch bei 42 Euro belassen.
Analyst Benjamin Goy argumentierte, dass zentrale Kurstreiber im aktuellen Bewertungsniveau bereits eingepreist seien. Der Druck auf den Titel spiegelte sich auch im Handel wider: Am Freitag gab der Kurs um 0,9 Prozent nach und ging bei 39,08 Euro aus dem Handel.
Übernahmedruck und politische Vorbehalte
Im Zentrum der Unsicherheit stehen die Ambitionen von UniCredit. Medienberichten zufolge plant UniCredit-Chef Andrea Orcel, nach Erhalt der noch ausstehenden behördlichen Genehmigungen eine außerordentliche Hauptversammlung anzuberaumen.
Ziel sei es, möglichst im Januar 2027 sämtliche zehn Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat der Commerzbank auszutauschen. Zudem stehe ein Wechsel an der Vorstandsspitze im Raum, wo Bettina Orlopp die Führung innehat.
Gleichzeitig formiert sich politischer Widerstand. Aus Berliner Regierungskreisen verlautete, dass der Bund konkrete Zusagen für den Erhalt von Arbeitsplätzen sowie zum Standort Deutschland fordert. Die aufsichtsrechtliche Freigabe für das Engagement der Italiener steht bislang weiterhin aus.
Kapitalrückführung läuft weiter
Die Commerzbank treibt derweil ihre eigene Kapitalstrategie voran. Das Institut bestätigte den Rückkauf von 2.037.832 eigenen Aktien im Zeitraum vom 21. bis einschließlich 25. September. Seit dem Start des Programms am 4. September belief sich das Gesamtvolumen bis zum 25. September damit auf 6.255.093 Anteilsscheine.
Fundamental richten sich die Blicke nun auf die Bücher der Bank. Aufschluss über die operative Verfassung im laufenden Geschäft liefert der nächste Finanzbericht: Die Commerzbank wird die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 5. November vorlegen.
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