Rekordgewinn nach neun Monaten, und trotzdem rutscht die Aktie ab. Die Commerzbank liefert Zahlen, die Anleger am Donnerstag nicht überzeugen. Im Hintergrund wächst der Einfluss von Unicredit.
Die Aktie verlor am Morgen zeitweise 2,6 Prozent auf 38,81 Euro und zählte damit zu den schwächsten Dax-Werten. Seit Jahresbeginn steht noch ein Plus von knapp acht Prozent. Analysten hatten sich für das dritte Quartal etwas mehr Gewinn erhofft.
Gewinn auf Rekordniveau
Im dritten Quartal verdiente die Bank unter dem Strich 859 Millionen Euro, gut 45 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Über die ersten neun Monate stieg der Überschuss um mehr als 40 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro. Das ist das beste Ergebnis für diesen Zeitraum in der Konzerngeschichte.
Damit übertrifft die Bank bereits jetzt den Gewinn des gesamten Jahres 2025. Damals belasteten hohe Kosten für den Stellenabbau, der Überschuss lag bei gut 2,6 Milliarden Euro. Für 2026 peilt der Vorstand weiterhin mindestens 3,4 Milliarden Euro an.
Der Sparkurs läuft parallel weiter. Bis 2030 sollen zusätzlich etwa 3.000 Vollzeitstellen wegfallen, nach den bereits angekündigten 3.900 bis Ende 2027. Rund 1.800 Mitarbeitende haben individuelle Übergangsvereinbarungen getroffen, mehr als 1.100 entschieden sich für das neue Altersteilzeit-Programm.
Unicredit als Kontrollaktionär
Wichtiger für den Kurs dürfte die Übernahmefrage sein. Unicredit hat sich den Zugriff auf knapp die Hälfte der Anteile gesichert und von der EZB-Bankenaufsicht die Genehmigung zur Kontrollübernahme erhalten.
Konzernchefin Bettina Orlopp, die sich fast zwei Jahre gegen den Zugriff wehrte, schlägt nun versöhnliche Töne an. Man könne gemeinsam Wert schaffen. In einer Präsentation heißt es, die Vorbereitungsarbeiten für die Konsolidierung hätten begonnen.
Unicredit-Chef Andrea Orcel sieht Potenzial für Einsparungen in Milliardenhöhe und will unter anderem das Auslandsnetz stutzen. Zudem macht er keinen Hehl daraus, die Führungsspitze neu besetzen zu wollen.
Der Bund, mit gut 13 Prozent zweitgrößter Einzelaktionär, pocht darauf, dass die Bank ihre Rolle bei der Mittelstandsfinanzierung behält. Orcel versprach, man bündele die Stärken beider Häuser nicht, um weniger für deutsche Unternehmen zu leisten.
Genehmigungen und Termine
Die noch ausstehenden behördlichen Freigaben erwartet Unicredit in den nächsten Wochen. Die Commerzbank rechnet damit im Verlauf des vierten Quartals, spätestens Anfang 2027. Spekuliert wird über eine außerordentliche Hauptversammlung Ende Januar oder Anfang Februar 2027, auf der die Weichen für einen neuen Vorstand gestellt werden könnten.
Die Analystenkursziele liegen zwischen 39 und 42 Euro. Die Aktie notiert damit nahe dem unteren Ende dieser Spanne.
Stand heute, 5. November: Commerzbank – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Commerzbank investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 5. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

