Die Commerzbank gerät zwischen die Fronten: Jefferies überschreitet die Zehn-Prozent-Marke, UniCredit nähert sich der kritischen Schwelle von 30 Prozent – und trotz operativer Rekordergebnisse brach der Kurs binnen einer Woche um über elf Prozent ein.
Jefferies stockt auf über zehn Prozent auf
Am 5. März meldete die US-Investmentbank Jefferies einen Stimmrechtsanteil von 10,04 Prozent. Die Besonderheit: Die gesamte Position läuft über Finanzinstrumente, nicht über direkte Aktienbestände.
Der Anstieg ist teilweise auch ein Recheneffekt. Die laufenden Aktienrückkaufprogramme der Commerzbank verringern die Gesamtzahl ausstehender Aktien – dadurch steigen bestehende prozentuale Beteiligungen automatisch. Dennoch signalisiert das Halten einer so großen Position über Derivate massives Interesse an der künftigen Kursentwicklung.
UniCredit auf dem Sprung zur Pflichtangebotsgrenze
UniCredit hält mittlerweile rund 26 Prozent direkt sowie knapp vier Prozent über Finanzinstrumente. Die Schwelle von 30 Prozent würde ein Pflichtangebot für alle ausstehenden Anteile auslösen.
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Seit dem 22. Februar hat sich die strategische Position verändert: UniCredit darf ein mögliches Angebot nun als reinen Aktientausch strukturieren. Hintergrund ist eine Frist im deutschen Übernahmerecht – wer sechs Monate lang nicht mehr als fünf Prozent gegen Bar kauft, kann später vollständig mit Aktien bieten. UniCredit hatte zuletzt im August 2025 nennenswert gegen Geld zugekauft.
Der Bund als Aktionär mit zwölf Prozent lehnt eine Übernahme weiterhin ab. UniCredit verspricht sich von einer Fusion mit der eigenen deutschen Tochter HypoVereinsbank erhebliche Synergien, insbesondere im Privat- und Mittelstandsgeschäft.
Rekordergebnis als Abwehrwaffe
Die Commerzbank kontert den externen Druck mit starken Zahlen. Das operative Ergebnis 2025 stieg um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, der Nettogewinn erreichte 2,6 Milliarden Euro – trotz Restrukturierungsaufwendungen von 562 Millionen Euro. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 57 Prozent.
Als Teil der Abwehrstrategie schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor, nach 0,65 Euro im Vorjahr. Zusammen mit laufenden Aktienrückkäufen von bis zu 540 Millionen Euro summiert sich die Kapitalrückführung für 2025 auf 2,7 Milliarden Euro. Für 2026 plant die Bank, 100 Prozent des Nettoergebnisses auszuschütten.
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Ausblick enttäuscht den Markt
Trotz der Rekordwerte für 2025 reagierte der Markt enttäuscht. Für 2026 stellt der Vorstand einen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro in Aussicht – deutlich unter den Analystenerwartungen von 3,4 Milliarden Euro.
Zusätzlich belastet die Beteiligung an Aquila Capital: 2025 schrieb die Bank insgesamt 117 Millionen Euro auf die Anteile ab, für die sie einst 200 Millionen Euro gezahlt hatte. Personell steht zudem eine Neuordnung an: Risikovorstand Bernd Spalt wird seinen Vertrag nicht verlängern.
Der Kurs schloss am Freitag bei 30,77 Euro, auf Wochensicht ein Minus von gut elf Prozent. Mit dem Rutsch unter die 200-Tage-Linie hat sich das charttechnische Bild eingetrübt.
Kritische Wochen bis zur Hauptversammlung
Das Ende des aktuellen Rückkaufprogramms am 26. März markiert den ersten wichtigen Termin, bevor am 20. Mai die Hauptversammlung stattfindet. Die laufenden Rückkäufe verknappen das Angebot an frei handelbaren Papieren – ein struktureller Effekt, der die prozentualen Anteile von UniCredit und Jefferies automatisch steigen lässt, ohne dass diese aktiv zukaufen müssten. Am 8. Mai folgen die Quartalszahlen, unmittelbar vor dem zentralen Kräftemessen auf der Hauptversammlung.
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