Beeindruckende 36,72 Euro standen gestern Abend auf der Kurstafel für die Aktie der Commerzbank. Das entsprach einem Rücksetzer von -0,2 % und also quasi nichts. Die Aktie ist im klaren Aufwärtstrend. Wenig überraschend:

Während viele europäische Bankaktien zuletzt eher ruhig verliefen, bleibt die Commerzbank eines der auffälligsten Papiere im deutschen Finanzsektor. Im Mittelpunkt steht aktuell die Kapitalpolitik des Konzerns. Die Auszahlung der Dividende von 1,10 Euro je Aktie nach der jüngsten Hauptversammlung verändert die Wahrnehmung vieler Investoren weiter. Insgesamt schüttet das Institut mehr als eine Milliarde Euro aus und signalisiert damit finanzielle Stärke.

Commerzbank auch eigenständig stark genug

Hinzu kommt ein zweiter Faktor, der den Markt beschäftigt. Zahlreiche Anleger rechnen damit, dass ein Teil dieser Ausschüttung direkt wieder in die Aktie fließen könnte. In Verbindung mit den laufenden Rückkäufen entsteht dadurch zusätzlicher Druck auf der Käuferseite.

Auch die Übernahmefrage im Kampf gegen oder mit der UniCredit bleibt ungelöst. Die bisherige Beteiligung am Angebot durch die Italiener fällt gering aus, was an den Börsen als Zeichen interpretiert wird, dass viele Aktionäre auf höhere Bewertungen setzen.

Auch strategisch positioniert sich die Bank neu. Mit dem Programm Momentum 2030 will die Commerzbank ihre Profitabilität deutlich steigern. Besonders der Einsatz künstlicher Intelligenz soll Prozesse beschleunigen und Kosten reduzieren.

Gleichzeitig laufen umfangreiche Einsparmaßnahmen. Der geplante Stellenabbau gehört dabei zu den größten Umbauprojekten der vergangenen Jahre. Ziel bleibt eine deutlich niedrigere Kostenquote.

Das wiederum hat auch die Analysten noch immer getriggert. Die durchschnittlichen Kursziele liegen fast 10 % über dem aktuellen Niveau. Hier wird die UniCredit ggf. noch einmal nachhelfen!