Die Commerzbank-Aktie hielt sich trotz eines kleinen Rückgangs auf hohem Niveau. Am Donnerstag verlor sie rund 0,5 % auf 41,17 Euro und blieb damit in ihrem Aufwärtstrend. Dazu trug nicht allein die Übernahmedebatte um UniCredit bei, sondern auch die operative Entwicklung der Bank. Neue Klarheit über einen möglichen Kontrollwechsel brachte das Treffen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und UniCredit-Chef Andrea Orcel allerdings nicht. Beide Seiten blieben im Gespräch, eine Einigung über die Bedingungen für eine Übernahme gab es jedoch nicht.
Über 40.000 Arbeitsplätze im Feuer
Klingbeil hielt an zentralen Forderungen fest. Die Commerzbank sollte auch nach einem möglichen Eigentümerwechsel eine börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleiben. Das Mittelstandsgeschäft im In- und Ausland sollte ebenso erhalten werden wie die Finanzierung der deutschen Wirtschaft. Hinzu kam die Absicherung der mehr als 40.000 Arbeitsplätze.
Berlin zeigte damit mehr Gesprächsbereitschaft als noch im Sommer, wollte einen möglichen Zusammenschluss aber an klare Bedingungen für die künftige Struktur der Bank knüpfen. Auch Hessen stellte Anforderungen: Ministerpräsident Boris Rhein forderte nach einem Treffen mit Orcel, den rechtlichen Sitz und den Vorstand dauerhaft in Frankfurt sowie die Rechtsform als deutsche Aktiengesellschaft zu erhalten. UniCredit verfügte unterdessen über eine starke Beteiligungsposition und hatte sich Zugriff auf fast 50 % der Commerzbank-Anteile gesichert. Der Bund hielt noch gut 12 % und blieb damit zweitgrößter Aktionär.
Bei der künftigen Ausrichtung lagen die Vorstellungen jedoch auseinander. UniCredit sah Einsparpotenzial im Milliardenbereich, womit auch der Abbau tausender Stellen verbunden sein könnte. Ebenso stand das internationale Netzwerk der Commerzbank zur Diskussion. Widerstand gab es insbesondere gegen eine mögliche Verschmelzung mit der HypoVereinsbank. Offen blieb zudem die Rolle von Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. Sie hatte direkte Gespräche mit UniCredit bestätigt und ihre weitere Amtszeit bis 2029 mit einer gemeinsamen Strategie von Vorstand und Aufsichtsrat verknüpft. Damit blieb auch die Führungsfrage Teil der strategischen Neuordnung.
Dass eine Transaktion nicht allein von den politischen Verhandlungen abhing, hatte bereits das Angebot von 2026 gezeigt. Bis zum Ende der Annahmefrist am 8. Juli wurden lediglich 17,6 % der Commerzbank-Aktien angedient. Bei institutionellen und privaten Aktionären zusammen lag die Annahmequote sogar nur bei 2,7 %.
Weitere Gespräche zwischen Berlin und Mailand sollten zeitnah folgen. Im Mittelpunkt blieben der Standort Frankfurt, das Mittelstandsgeschäft, die Beschäftigung sowie die künftige Rolle der Commerzbank innerhalb eines möglichen europäischen Bankenkonzerns.
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