Der US-Ölriese ConocoPhillips hat am Donnerstag Quartalszahlen vorgelegt, die die Anleger enttäuschen dürften. Der Gewinn im vierten Quartal 2025 sackte massiv ab – und das trotz höherer Fördermengen und Kostensenkungen nach der milliardenschweren Marathon-Übernahme.

Ölpreis-Schwäche frisst Produktionsplus auf

Die Zahlen im Detail: ConocoPhillips verdiente im Schlussquartal 2025 nur noch 1,44 Milliarden Dollar oder 1,17 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal waren es noch 2,31 Milliarden Dollar gewesen – ein Rückgang um 37 Prozent. Das bereinigte Ergebnis belief sich auf 1,26 Milliarden Dollar oder 1,02 Dollar je Aktie. Analysten hatten allerdings mit 1,11 Dollar je Aktie gerechnet. Die Erwartungen wurden damit verfehlt.

Der Hauptgrund für den Gewinneinbruch liegt auf der Hand: Der Ölpreis schwächelte deutlich. Die Nordseesorte Brent notierte im vierten Quartal im Schnitt bei 63,13 Dollar je Barrel – 11,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Sorgen um ein Überangebot und mögliche Zölle wogen schwerer als geopolitische Risiken und drückten auf die Preise.

Produktionszuwachs durch Marathon-Deal

Immerhin konnte ConocoPhillips die Förderung ausweiten. Die tägliche Produktion stieg auf 2,32 Millionen Barrel Öläquivalent, verglichen mit 2,18 Millionen Barrel im Vorjahreszeitraum. Der Zuwachs geht vor allem auf die 22,5 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Marathon Oil im Jahr 2024 zurück. Auch bei den Kosten hat der größte unabhängige Öl- und Gasproduzent der USA geschraubt.

Doch selbst straffere Kostenstrukturen und höhere Fördermengen konnten den Preisverfall nicht ausgleichen. Für Anleger bleibt die entscheidende Frage: Wie entwickelt sich der Ölpreis weiter? Solange das schwarze Gold unter Druck bleibt, dürften auch die Gewinne von ConocoPhillips gedämpft bleiben – unabhängig davon, wie effizient das Unternehmen produziert.