Fast 18 Prozent Kurssprung im vorbörslichen Handel, ein Analyst mit unverändertem Kursziel von 180 Dollar – CoreWeave liefert nach Quartalszahlen genau das, was der Markt hören wollte: Nachfrage, die das Angebot übersteigt.
Das Investmenthaus Citizens bestätigte sein Rating „Market Outperform“ für CoreWeave und begründete dies mit einem Nachfrageausblick, der nach den jüngsten Quartalszahlen noch überzeugender wirkt als zuvor. Der Umsatz kletterte binnen zwölf Monaten um 130 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar. Für das jüngste Quartal wies das Unternehmen 2,58 Milliarden Dollar Umsatz aus – leicht über den Erwartungen der Wall Street.
Kapazitäten praktisch ausverkauft
Der Auftragsbestand wuchs weiter, Kundenverpflichtungen blieben stabil. Nach Einschätzung von Citizens verbesserte sich die Profitabilität gegenüber dem ersten Quartal, weil zusätzliche Rechenkapazität ans Netz ging. Auffällig: Neu abgeschlossene Verträge zeigen laut Analystenhaus bessere Preis- und Margenkonditionen als ältere Kontrakte. Kurzfristig verfügbare Kapazität ist demnach nahezu vollständig verkauft.
Der operative Verlust je Aktie fiel mit 1,14 Dollar geringer aus als der erwartete Verlust von 1,41 Dollar. Das Unternehmen hob zudem seinen Jahresausblick an und verwies auf außergewöhnlich starke Nachfrage aus dem KI-Sektor.
Das Kursziel von 180 Dollar entspricht laut Citizens etwa dem 3,5-Fachen des für 2028 geschätzten Enterprise-Value-zu-Umsatz-Verhältnisses. Nach eigener Bewertung der Investmentbank erscheint die Aktie damit gegenüber ihrem fairen Wert noch unterbewertet – auch wenn das Unternehmen gemessen am Umsatz bereits hoch bewertet gehandelt wird.
Auch der breite Markt reagiert
Die starken Zahlen strahlten über CoreWeave hinaus. Marktstrategen verwiesen auf die Ergebnisse von CoreWeave und Super Micro Computer als positive Signale für den gesamten KI-Sektor. Halbleiterwerte wie Samsung und SK Hynix profitierten in Asien von der Stimmung, der südkoreanische Kospi legte deutlich zu.
Die Diskrepanz zwischen weiterhin hohen Verlusten und der Euphorie um Wachstum und Auftragslage bleibt das prägende Spannungsfeld für CoreWeave. Ob die verbesserten Margen auf neu abgeschlossenen Verträgen ausreichen, um die wachsenden Investitionskosten mittelfristig zu kompensieren, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen, wenn mehr Kapazität tatsächlich ans Netz geht.
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