CoreWeave setzt den aggressiven Expansionskurs im Bereich der KI-Infrastruktur fort und hat heute die Zusammenarbeit mit dem Cloud-Dienstleister Rescale bestätigt. Während der Auftragsbestand des Unternehmens auf über 100 Milliarden US-Dollar angewachsen ist, rückt die finanzielle Stabilität zunehmend in den Fokus.
Hohe Zinsaufwendungen und eine massive Schuldenlast prägen das Bild des Cloud-Spezialisten, der sich in einem kapitalintensiven Wettbewerb um Rechenkapazitäten behaupten muss.
Expansion im Cloud-Geschäft und Rekord-Backlog
Mit dem neuen Partner Rescale baut CoreWeave seine Präsenz im Bereich des digitalen Engineerings weiter aus. Der gesamte Auftragsbestand des Unternehmens wird mittlerweile auf rund 104 Milliarden US-Dollar beziffert, was einem Zuwachs von 56 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht.
Zu den namhaften Kunden zählen Branchengrößen wie Meta, OpenAI, Microsoft und Anthropic. Diese enorme Nachfrage unterstreicht die Rolle von CoreWeave als zentralem Akteur für spezialisierte KI-Rechenkapazitäten, die für das Training und den Betrieb großer Sprachmodelle unerlässlich sind.
Die Kehrseite der Wachstumsfinanzierung
Doch das schnelle Wachstum ist teuer erkauft. Zum 30. Juni beliefen sich die Schulden des Unternehmens auf insgesamt 35 Milliarden US-Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 21 Milliarden US-Dollar am Ende des vergangenen Jahres.
Die Ratingagentur Moody’s, die CoreWeave mit einer Bewertung von „Ba3“ einstuft, warnt in diesem Zusammenhang vor den Risiken für die Kreditqualität innerhalb des KI-Ökosystems. Allein im zweiten Quartal fielen Zinsaufwendungen in Höhe von 640 Millionen US-Dollar an.
Dieser Betrag übersteigt das operative Einkommen des Zeitraums um fast das Vierfache. Das Verhältnis von Investitionsausgaben zu den operativen Erträgen verdeutlicht die extreme Kapitalintensität: Analysten beziffern diese Relation auf etwa 35 zu 1. Um die Expansion zu finanzieren, greift CoreWeave verstärkt auf den Anleihenmarkt zurück, wobei fünfjährige Papiere zuletzt Renditen von rund 13 Prozent aufwiesen.
Insider-Verkäufe und Analystenstimmen
An der Börse wird diese Entwicklung aufmerksam verfolgt. Während die Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von 19 Prozent verzeichnet, nutzten Führungskräfte die Kursniveaus am Dienstag für signifikante Veräußerungen. CEO Michael Intrator verkaufte Aktien im Wert von rund 25,1 Millionen US-Dollar, während General Counsel Kristen J. McVeety Papiere für etwa 12,7 Millionen US-Dollar abstieß.
Trotz der massiven Verschuldung bleibt die Stimmung unter den Profi-Investoren mehrheitlich positiv. Ein Konsens von 34 Analystenhäusern stuft den Wert derzeit als „Moderate Buy“ ein, wobei das durchschnittliche Kursziel bei 141,90 US-Dollar liegt.
Auch Jim Cramer äußerte sich positiv und bezeichnete CoreWeave als seinen bevorzugten Titel unter den spezialisierten KI-Cloud-Anbietern. Im heutigen Handel kletterte das Papier um 4,5 Prozent und notiert bei 76,00 Euro. Damit setzt sich die Erholung fort, nachdem der Wert vor gut drei Wochen auf die Bekanntgabe der Quartalsergebnisse noch mit deutlichen Abschlägen reagiert hatte.
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