Die Aktie von CoreWeave schloss am Freitag mit einem Plus von 2,0 Prozent bei 70,98 Euro. Das Unternehmen gab am Donnerstag bekannt, dass es seine Rechenkapazitäten weiterhin zu höheren Preisen vermarktet. Bei kurz laufenden Kundenverträgen mit einer Laufzeit von rund drei bis sechs Monaten erzielte der Spezialist für Cloud-Infrastruktur Preise von etwa 40 Millionen Dollar pro Megawatt.

Zudem sicherte sich das Unternehmen nach eigenen Angaben Anfang des dritten Quartals 2026 neue Netto-Kundenverpflichtungen im Umfang von mehr als 25 Milliarden Dollar. Bis zum 11. August 2026 stieg die gesamte vertraglich gebundene Leistung auf rund 4,2 Gigawatt an.

Kapitalbedarf für den Ausbau der Infrastruktur

Parallel zu den neuen Aufträgen kündigte CoreWeave am Donnerstag umfassende Finanzierungsschritte an. Geplant ist die Ausgabe von vorrangigen Wandelanleihen im Volumen von 3,0 Milliarden Dollar mit Fälligkeit im Jahr 2033. Gleichzeitig startete das Unternehmen ein Aktienverkaufsprogramm über die Börse, das die Ausgabe von bis zu 35 Millionen Class-A-Aktien umfasst.

Laut Reuters verdeutlicht diese Finanzierungsinitiative den enormen Kapitalbedarf, den der Ausbau der unternehmenseigenen Infrastruktur für künstliche Intelligenz erfordert. Am Freitag legte das Unternehmen die entsprechenden Unterlagen dazu bei der US-Börsenaufsicht SEC vor.

Die massiven Investitionen in Hardware zeigen sich auch auf der Produktseite: Bereits am Mittwoch meldete CoreWeave die Inbetriebnahme von Multi-Rack-Systemen des Typs NVIDIA Vera Rubin NVL72 auf der CoreWeave Cloud. Ergänzt wurde die Plattform um zwei neue Speicherfunktionen, darunter eine regionsübergreifende Schreibbeschleunigung und eine Archivierungsstufe.

Analysten reagieren auf Preissetzungsmacht

An den Märkten sorgte insbesondere die Entwicklung der Vertragspreise für Aufmerksamkeit. Medienberichten zufolge bestätigte das Analysehaus Rosenblatt Securities am Donnerstag seine Kaufempfehlung für die CoreWeave-Aktie und setzte das Kursziel auf 250 Dollar fest. Die Analysten begründeten diesen Schritt mit den höher als erwartet ausgefallenen Preisen für Rechenkapazitäten.

Auf der Führungsebene kam es in den vergangenen Tagen zudem zu regulatorisch gemeldeten Aktienverkäufen. Finanzchef Nitin Agrawal veräußerte am 14. September 66.576 Aktien im Rahmen einer Sell-to-Cover-Transaktion zur Begleichung von Steuerverbindlichkeiten aus fällig gewordenen Aktienvergütungen.

Zuvor hatte Chen Goldberg, zuständig für Produkt und Entwicklung, am 8. September planmäßig 22.424 Papiere über einen vorgegebenen Handelsplan verkauft.

Mit dem jüngsten Kursanstieg liegt die Marktkapitalisierung von CoreWeave bei 38,36 Milliarden Euro. Trotz der jüngsten Erholungstendenz notiert das Papier weiterhin unter dem Niveau früherer Rekordmarken, während das Unternehmen versucht, das starke Kundenwachstum mit den dafür nötigen Finanzmitteln in Einklang zu bringen.