Nach dem jüngsten juristischen Schlagabtausch um die Unternehmensstruktur herrscht beim US-Agrarkonzern Corteva vorerst Stillstand bei Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen. Das Unternehmen sieht sich gemeinsam mit EIDP und der kürzlich verselbstständigten Vylor mit einer Klage von 15 US-Bundesstaaten und einem weiteren Hoheitsträger konfrontiert.
Während die juristische Auseinandersetzung in die nächste Instanz geht, verharrt das Management bei Kapitalrückflüssen an die Aktionäre in Wartestellung. An der Börse notiert die Aktie heute bei 11,85 Euro und gibt damit um 0,7 Prozent nach.
Juristische Hängepartie um die Aufspaltung
Hintergrund des Konflikts ist die Trennung der Konzerneinheiten: Corteva hatte die Abspaltung der Saatgutsparte vor rund zwei Wochen vollzogen. Im Zuge dieser Transaktion erhielten Aktionäre je gehaltener Corteva-Aktie einen Anteilsschein der neuen Vylor Inc., die seither als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen agiert. Die Kläger reichten daraufhin Klage ein, um die Trennung anzufechten und einstweilige Verfügungen zu erwirken.
Zuletzt setzte das zuständige Bundesbezirksgericht für den südlichen Bezirk von Indiana seine am 9. Oktober erlassene einstweilige Verfügung zwar aus. Diese Maßnahme hatte bestimmte Vermögensübertragungen eingeschränkt und Dividendenausschüttungen sowie Aktienrückkäufe untersagt.
Gegen das Vorgehen legten Corteva, EIDP und Vylor Rechtsmittel ein. Sowohl die Berufung als auch ein damit verbundener Eilantrag sind derzeit anhängig. Ungeachtet der Aussetzung teilte Corteva mit, während des laufenden Berufungsverfahrens weder Dividenden zu beschließen noch eigene Aktien zurückzukaufen.
Analysten beziehen nach Trennung Position
Die Neuaufstellung stößt am Markt auf geteilte Reaktionen unter den Analystenhäusern. Am Montag nahm UBS die Beobachtung von Corteva mit einer neutralen Einstufung wieder auf und bezifferte das Kursziel auf 15 $. Die Schweizer Großbank reagiert damit auf die veränderten Rahmenbedingungen des nun fokussierten Unternehmens.
Bereits am 7. Oktober hatte sich KeyBanc zu Wort gemeldet und das Papier von Sector Weight auf Overweight hochgestuft. Das Institut rief infolge der Abspaltung ein Kursziel von 17 $ aus. Für Investoren bleibt das Umfeld jedoch vorerst von Unsicherheit geprägt: Solange die Berufungsgerichte nicht über den Eilantrag entschieden haben und der Rechtsstreit mit den Bundesstaaten schwelt, bleiben die geplanten Ausschüttungen blockiert.
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