CoStar-Aktien haben in diesem Jahr rund die Hälfte ihres Werts eingebüßt. Ausgerechnet jetzt greift Firmengründer und CEO Andrew Florance selbst zu — mit einem Millionenbetrag aus eigener Tasche. Ein Signal, das sich der Markt genau ansieht.

Insiderkauf mitten im Kursverfall

Florance kaufte am 4. August 83.300 Aktien zum Kurs von 29,89 Dollar, wie eine Pflichtmitteilung offenlegte. Macht zusammen rund 2,5 Millionen Dollar aus eigenem Vermögen. Nach der Transaktion hält der CEO nun 1.806.165 Aktien des Immobiliendaten-Anbieters.

Die Aktie reagierte am Mittwoch mit einem moderaten Plus von 0,5 Prozent — angesichts des Kursverlaufs der vergangenen Monate ein eher zurückhaltendes Signal. Auf Jahressicht steht bei CoStar dennoch ein Minus von 56 Prozent zu Buche. Insiderkäufe dieser Größenordnung werden am Markt häufig als Vertrauensbeweis gewertet, auch wenn sie den Kursdruck allein nicht auflösen.

Datengeschäft läuft operativ weiter

Während die Aktie unter Druck steht, veröffentlicht CoStar als Datenanbieter weiterhin regelmäßig Marktanalysen. Ein aktueller Report zeigt einen Rekord bei der Labor-Flächennachfrage in Großbritannien, getrieben von einer großen Vorvermietung des Pharmakonzerns GSK auf dem Cambridge Biomedical Campus. Gleichzeitig kletterte die Leerstandsquote in der britischen „Golden Triangle“ aus Oxford, Cambridge und London auf über 25 Prozent — ein Hinweis darauf, dass Angebot und Nachfrage in diesem Nischenmarkt zunehmend auseinanderlaufen.

Parallel dazu passte CoStar seine Prognose für den US-Industriemarkt an. Das Unternehmen erwartet, dass die Nachfrage nach Industrieflächen das Angebot dort erst gegen Ende 2027 wieder übersteigt, nachdem die landesweite Leerstandsquote zunächst im mittleren einstelligen Prozentbereich verharrt. Die Mietpreissteigerung für den Zeitraum 2026/27 wurde leicht auf 1,9 Prozent nach oben korrigiert.

Diese Analysen ändern nichts an der grundsätzlichen Kursschwäche, unterstreichen aber, dass das operative Datengeschäft von CoStar unabhängig vom Aktienkurs weiterläuft. Ob der Insiderkauf von Florance tatsächlich eine Trendwende einläutet, dürfte sich erst in den kommenden Wochen an der Kursreaktion zeigen — bislang bleibt die Bewegung nach dem Kauf verhalten.