Es ist das Ende einer Ära für den Leverkusener Kunststoffkonzern. Nach der Übernahme durch den Abu-Dhabi-Konzern XRG steht der endgültige Rückzug vom Parkett unmittelbar bevor, doch der Abschied fällt düster aus. Die Geschäftszahlen für 2025 offenbaren tiefe Bremsspuren in der Bilanz und zeigen, dass die neuen Eigentümer ein Unternehmen in der Krise übernehmen.
Squeeze-out besiegelt das Börsen-Aus
Die Weichen sind gestellt: XRG (ehemals ADNOC International) hält mittlerweile 95,1 Prozent der Anteile. Damit ist die rechtliche Schwelle überschritten, um die verbliebenen Kleinaktionäre mittels eines sogenannten Squeeze-outs aus dem Unternehmen zu drängen.
Auf der Hauptversammlung im Mai 2026 soll dieser Schritt formal beschlossen werden. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen das Vorhaben, um die komplexen Strukturen und Berichtspflichten einer börsennotierten Gesellschaft hinter sich zu lassen. Für die Aktie, die zuletzt bei 60,72 Euro notierte, bedeutet dies den baldigen Handelsschluss. Der Kurs bewegt sich mit einem minimalen Abstand von unter einem Prozent zum 52-Wochen-Hoch kaum noch, da die Bewertung durch die Übernahmeofferte faktisch einzementiert ist.
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Operative Talfahrt und Dividendenstreichung
Während der Aktienkurs durch die Übernahme gestützt wird, sieht die operative Realität alarmierend aus. Das Geschäftsjahr 2025 spiegelt eine historische Branchenkrise wider. Der Konzernumsatz schrumpfte um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Noch deutlicher traf es den operativen Gewinn (EBITDA), der um fast ein Drittel auf 740 Millionen Euro einbrach.
Besonders schmerzhaft ist der Blick auf den Free Operating Cash Flow, der mit minus 283 Millionen Euro tief in den roten Bereich rutschte. Die Konsequenz für Anleger ist hart, aber folgerichtig: Aufgrund des negativen Konzernergebnisses streicht Covestro die Dividende für 2025 komplett.
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Führungsebene bricht weg
Die Unsicherheit spiegelt sich auch im Management wider. CEO Markus Steilemann wird seinen bis 2028 laufenden Vertrag nicht erfüllen und verlässt das Unternehmen vorzeitig. Er folgt damit Finanzvorstand Christian Baier, der seinen Abschied bereits zuvor angekündigt hatte.
Der Konzernchef begründet die schwachen Zahlen auch mit dem makroökonomischen Umfeld: Die Produktion in der Chemieindustrie befindet sich auf einem 30-Jahre-Tief. Überkapazitäten und Preisdruck belasten die Margen massiv. Zwar greift das Sparprogramm „STRONG“ mit bisher 275 Millionen Euro Einsparungen, doch eine echte Trendwende lässt auf sich warten.
Entscheidung im Mai
Für die verbliebenen Aktionäre richtet sich der Blick nun ausschließlich auf die kommende Hauptversammlung im Mai. Die operative Entwicklung spielt für den Aktienkurs kaum noch eine Rolle. Entscheidend ist jetzt nur noch die Höhe der Barabfindung, die XRG im Zuge des Squeeze-out-Verfahrens festlegen wird. Bis dahin bleibt die Aktie eine Warteposition auf das finale Delisting.
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