Kurz vor dem endgültigen Börsenabschied ordnet der Chemiekonzern seine Finanzen neu. Mit einer stark verkleinerten Kreditlinie reagiert das Management auf tiefrote Zahlen und ein schwieriges Branchenumfeld. Gleichzeitig schreitet die Eingliederung in das neue ADNOC-Chemieimperium unaufhaltsam voran.
Weniger Spielraum nach Verlustjahr
Ende März verständigte sich das Unternehmen mit 15 Kernbanken auf eine neue syndizierte Kreditfazilität über 1,5 Milliarden Euro. Das Volumen fällt damit exakt eine Milliarde Euro geringer aus als bei der bisherigen Linie. Diese Anpassung spiegelt die angespannte operative Lage wider. Im vergangenen Geschäftsjahr brach das EBITDA um rund 31 Prozent auf 740 Millionen Euro ein, was unter dem Strich zu einem Nettoverlust von 644 Millionen Euro führte.
Sinkende Verkaufspreise, Währungsgegenwind und massive Überkapazitäten in der Chemiebranche haben tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Eine Dividende für 2025 fällt dementsprechend flach. Da das Management auch für das laufende Jahr keine Trendwende erwartet, bleibt der finanzielle Gürtel enger geschnallt.
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Strategische Zukäufe trotz Sparprogramm
Um der schwachen Marktdynamik zu begegnen, greift das Sparprogramm „STRONG“. Bis Ende 2025 wurden bereits 275 Millionen Euro eingespart, mittelfristig soll dieser Effekt auf 400 Millionen Euro jährlich anwachsen.
Parallel nutzt der Konzern seinen verbleibenden Spielraum für gezielte Erweiterungen. Durch eine Vereinbarung mit der Vencorex Holding übernimmt Covestro zwei Produktionsgesellschaften in Thailand und den USA. Damit stärkt der Spezialchemie-Produzent seine Kapazitäten im Bereich der aliphatischen Isocyanate für den asiatischen und amerikanischen Markt. Der Abschluss dieser Transaktion ist für das laufende Halbjahr geplant.
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Der Countdown zum Squeeze-out
Strategisch ist die Einbettung als Plattform für Spezialchemikalien in die Borouge Group International AG seit Ende März formell abgeschlossen. Für die verbliebenen Aktionäre rückt derweil der Zwangsrauswurf näher. Die Barabfindung für den Squeeze-out wurde auf 59,46 Euro je Anteilsschein festgelegt. Das liegt spürbar unter dem ursprünglichen Übernahmeangebot von 62 Euro. Da die Aktie gestern bei 59,50 Euro aus dem Handel ging, bewegt sich der Kurs nun exakt auf dem Niveau dieser Abfindung, was größere Kurssprünge praktisch ausschließt.
Die verbleibende Zeit auf dem Börsenparkett ist streng getaktet. Am 5. Mai 2026 endet die Zulassung zum regulierten Markt, bevor die Hauptversammlung am 19. Mai den Squeeze-out formal beschließt. Mit der anschließenden Eintragung in das Handelsregister wechseln die letzten frei gehandelten Papiere automatisch den Besitzer.
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