Der Spezialchemie-Konzern Covestro treibt den Umbau zur Kreislaufwirtschaft voran und sichert sich eine Schlüsselrolle in der aufstrebenden CO₂-Chemie. Diese strategischen Fortschritte stehen in hartem Kontrast zu der aktuellen operativen Realität, die von einem dreistelligen Millionenverlust geprägt ist. Gleichzeitig läuft für Anleger der Countdown für den endgültigen Abschied vom Kapitalmarkt.
Investitionen in die Kreislaufwirtschaft
Aktuelle Branchenanalysen bescheinigen dem Markt für CO₂-basierte Chemikalien ein enormes Potenzial, mit einem erwarteten weltweiten Volumen von 23,7 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2036. Um sich in diesem Wachstumsfeld zu positionieren, hat Covestro in diesem Monat eine Kooperation mit dem Fraunhofer Institut UMSICHT geschlossen. Bis 2028 soll eine Pilotanlage entstehen, die jährlich 2.000 Tonnen Polyurethan-Abfälle durch ein spezielles Pyrolyse-Verfahren recycelt. Parallel dazu stärkt das Unternehmen durch die geplante Übernahme von zwei Vencorex-Standorten in den USA und Thailand sein Produktionsnetzwerk für Spezialchemikalien.
Schwieriges Marktumfeld belastet Bilanz
Diese Investitionen in die Zukunft finden in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld statt. Das vergangene Geschäftsjahr bescherte dem Konzern einen Umsatzrückgang um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 644 Millionen Euro. Sinkende Verkaufspreise und anhaltende Überkapazitäten in der Chemiebranche belasten das operative Geschäft weiterhin, weshalb das Management auch für das laufende Jahr keine schnelle Erholung erwartet. Ein Sparprogramm soll die Kosten nun bis 2028 um jährlich 400 Millionen Euro drücken.
Fahrplan für den Squeeze-out
An der Börse spielen diese fundamentalen Entwicklungen kaum noch eine Rolle. Der Kurs pendelt sich aktuell bei 59,52 Euro ein und orientiert sich damit eng an der vom Großaktionär XRG P.J.S.C. angestrebten Barabfindung. Der Fahrplan für die vollständige Übernahme und das Delisting ist mittlerweile klar definiert:
- 5. Mai 2026: Endgültiges Ende der Zulassung zum regulierten Markt.
- 19. Mai 2026: Hauptversammlung mit Beschlussfassung über den Squeeze-out.
- Abfindungspreis: XRG plant die Übertragung der Minderheitsaktien für 59,46 Euro je Stück.
Nach dem endgültigen Vollzug des Squeeze-outs wird Covestro als zentrale Spezialchemie-Plattform in die neu formierte Borouge Group International integriert. Die Minderheitsaktionäre haben in dieser neuen, von ADNOC und OMV gelenkten Struktur keinen Platz mehr und werden im Mai endgültig abgefunden.
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