Die Bücher für das Geschäftsjahr 2025 sind geschlossen und offenbaren eine verschärfte Krise beim Leverkusener Werkstoffhersteller. Der Konzern meldete am Donnerstag einen Nettoverlust von 644 Millionen Euro – ein Minus, das sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt hat. Während die operative Geschäftsentwicklung unter einem schwierigen Marktumfeld leidet, rückt im Hintergrund die vollständige Übernahme durch XRG und der geplante Squeeze-out in den Fokus.
Bilanz tiefrot
Die gestern veröffentlichten Zahlen zeichnen das Bild eines Unternehmens im Gegenwind. Der Umsatz sank im Gesamtjahr um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Verantwortlich hierfür waren vor allem sinkende Verkaufspreise in allen Regionen sowie negative Wechselkurseffekte.
Noch deutlicher traf es das operative Ergebnis (EBITDA), das um knapp 31 Prozent auf 740 Millionen Euro einbrach. Zwar liegt dieser Wert innerhalb der zuletzt ausgegebenen Prognosespanne, doch der Free Operating Cash Flow rutschte mit minus 283 Millionen Euro tief in den negativen Bereich. Besonders das vierte Quartal drückte auf die Bilanz: Allein in den letzten drei Monaten des Jahres weitete sich der Nettoverlust auf 378 Millionen Euro aus. Eine Dividende für 2025 entfällt.
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Ein Brand im Chempark Dormagen belastete das Ergebnis zusätzlich. Seit Juli 2025 standen dort mehrere Anlagen still, was laut Covestro einen negativen Effekt im niedrigen dreistelligen Millionenbereich verursachte.
Weichenstellung im Management
Parallel zur Zahlenvorlage kündigte der Konzern den Abschied von CEO Markus Steilemann an. Er wird das Unternehmen zum Ende seiner Amtszeit im Mai 2028 verlassen. Dies folgt auf die bereits im Dezember kommunizierte Entscheidung von Finanzvorstand Christian Baier, seinen Vertrag nicht über den September 2026 hinaus zu verlängern. Diese Personalien markieren den Übergang in eine neue Ära unter dem Eigentümer XRG (ehemals ADNOC International).
Übernahme stabilisiert den Kurs
Trotz der operativen Talfahrt zeigt sich die Aktie bemerkenswert stabil. Mit einem Schlusskurs von 60,74 Euro am Donnerstag und einer extrem geringen Volatilität von nur 2,23 Prozent (30 Tage) spiegelt der Kurs nicht die Geschäftsdaten, sondern die Übernahmesituation wider.
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XRG hält mittlerweile 95,1 Prozent der Anteile und hat im Januar 2026 das Verfahren zum Squeeze-out der verbleibenden Minderheitsaktionäre eingeleitet. Die strategische Partnerschaft wurde bereits im Dezember vollzogen, inklusive einer Kapitalerhöhung von 1,17 Milliarden Euro.
Keine schnelle Erholung in Sicht
Der Ausblick auf das laufende Jahr 2026 bleibt verhalten. Das Management rechnet mit einem EBITDA auf dem Niveau des schwachen Vorjahres und sieht derzeit keine Anzeichen für eine nachhaltige Erholung der globalen Nachfrage. Überkapazitäten und Preisdruck prägen weiterhin das Bild. Das Sparprogramm „STRONG“ soll gegensteuern und bis 2028 jährliche Einsparungen von 400 Millionen Euro realisieren.
Für die verbliebenen Anleger ist die fundamentale Entwicklung inzwischen zweitrangig. Der Fokus liegt nun fast ausschließlich auf der Festlegung der Barabfindung im Rahmen des angekündigten Squeeze-outs.
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