Crispr Therapeutics hat am 3. August seine Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei deutliche Fortschritte bei der Vermarktung seiner ersten Gentherapie verzeichnet. Ein zentraler Treiber war die Entwicklung von Casgevy, das nun auch eine erweiterte Zulassung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA für den Einsatz bei Kindern ab zwei Jahren mit Sichelzellkrankheit und Beta-Thalassämie erhalten hat.
Kommerzieller Durchbruch und finanzielle Stabilisierung
Der Umsatz mit der Gentherapie Casgevy belief sich im zweiten Quartal auf 76 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg von 151 Prozent. Medienberichten zufolge rechnet der Partner Vertex Pharmaceuticals für das Gesamtjahr 2026 mit einem kombinierten Umsatz von mindestens 500 Millionen US-Dollar aus den Produkten Casgevy und Journavx.
Parallel zum Umsatzwachstum gelang es dem Biotech-Unternehmen, seine Verluste signifikant zu begrenzen. Der Nettoverlust sank im Berichtsquartal auf 91,2 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 208,5 Millionen US-Dollar verbucht worden war. Die finanzielle Basis bleibt mit einer Liquidität von rund 2,36 Milliarden US-Dollar zum 30. Juni stabil, was unter anderem durch die Erlöse aus einer Wandelanleihe gestützt wurde.
Ausbau der klinischen Forschung und künftige Daten
Neben dem laufenden Markthochlauf investiert CRISPR Therapeutics verstärkt in die nächste Generation seiner Pipeline. Das Unternehmen hat neue klinische Phase-1-Studien für den Kandidaten CTX340 zur Behandlung von refraktärer Hypertonie sowie für CTX460 gegen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel gestartet. Auch die kardiologischen Programme CTX310 und CTX611 befinden sich in fortgeschrittenen Stadien.
Ein wichtiger Termin für Anleger ist der 28. August, wenn das Unternehmen auf dem ESC Congress in München aktuelle Daten zur Phase-1a-Studie von CTX310 präsentieren wird. Hierbei steht insbesondere die Haltbarkeit der therapeutischen Effekte im Fokus. Im weiteren Verlauf des zweiten Halbjahres werden zudem Updates für das Lp(a)-Programm CTX321 sowie für Anwendungen im Bereich der Onkologie erwartet.
Einschätzungen der Analysten und Marktreaktion
Die jüngsten operativen Kennzahlen führten zu angepassten Bewertungen durch mehrere Analysehäuser. Die Citigroup erhöhte am Dienstag ihr Kursziel für die Aktie von 82 auf 88 US-Dollar und bestätigte ihre Kaufempfehlung. Die Experten begründeten diesen Schritt mit der positiven Dynamik bei den Casgevy-Umsätzen und dem Potenzial der erweiterten Zulassung.
Die Analysten von Goldman Sachs zeigten sich etwas zurückhaltender, hoben am Donnerstag jedoch ebenfalls ihr Kursziel auf 55 US-Dollar an. Die Einstufung verbleibt hier auf „Neutral“. An der Börse schloss die Aktie am Freitag bei 46,28 Euro. Mit diesem Kursniveau notiert der Wert aktuell rund 1,42 Prozent über seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine kurzfristige Stabilisierung im aktuellen Marktumfeld hindeutet.
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