Das Biotechnologieunternehmen CRISPR Therapeutics hat am Montag die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei deutliche Fortschritte bei der Vermarktung seiner Geneditierungstherapie CASGEVY verzeichnet. Der mit dem Partner Vertex Pharmaceuticals entwickelte Wirkstoff erzielte im Berichtszeitraum einen Umsatz von 76 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 78 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und einem Plus von 151 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Starke Finanzlage und regulatorische Meilensteine
Parallel zum Umsatzwachstum gelang es dem Unternehmen, seinen Nettoverlust im zweiten Quartal auf 91,2 Millionen US-Dollar zu reduzieren. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch bei 208,5 Millionen US-Dollar gelegen. Die finanzielle Stabilität des Konzerns bleibt dabei auf einem hohen Niveau: Zum 30. Juni verfügte CRISPR Therapeutics über liquide Mittel und Wertpapiere im Gesamtwert von rund 2.364,4 Millionen US-Dollar. Diese Kapitalreserven wurden zuletzt durch Nettoerlöse aus der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 585,4 Millionen US-Dollar gestärkt.
Flankiert werden die finanziellen Ergebnisse durch regulatorische Erfolge in den USA. Wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorgeht, hat die FDA die Zulassung für CASGEVY erweitert. Die Therapie darf nun bereits bei Kindern ab einem Alter von zwei Jahren eingesetzt werden, die an Sichelzellkrankheit (SCD) oder transfusionsabhängiger Beta-Thalassämie (TDT) leiden. Zuvor war die Anwendung auf ältere Patienten beschränkt. In Deutschland wurde die Erstattung für Patienten ab zwölf Jahren bereits im Mai durch Vertex Pharmaceuticals gesichert.
Ausbau der klinischen Pipeline
Neben dem kommerziellen Roll-out treibt CRISPR Therapeutics seine Entwicklungspipeline in verschiedenen therapeutischen Bereichen voran. Das Unternehmen hat neue Phase-1-Studien für die Wirkstoffkandidaten CTX340 zur Behandlung von therapieresistenter Hypertonie sowie CTX460 gegen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel initiiert. Für CTX340 erhielt der Konzern im zweiten Quartal die erforderliche IND-Genehmigung der FDA.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Kardiologie. Für den Kongress der European Society of Cardiology (ESC), der am 28. August in München beginnt, wurde ein wissenschaftlicher Beitrag zur Wirksamkeit von CTX310 akzeptiert. Dabei sollen neue Daten zur Dauerhaftigkeit der Effekte aus einer Phase-1a-Studie präsentiert werden. Im Bereich der Onkologie startete zudem in Zusammenarbeit mit Eli Lilly eine Kombinationsstudie des Wirkstoffs Zugo-cel mit Pirtobrutinib zur Behandlung aggressiver B-Zell-Lymphome.
Analysten-Echo und Anteilseigner
Die operativen Fortschritte finden auch bei institutionellen Investoren und Analysten Beachtung. Am 30. Juli hob der Analyst Terence Flynn von Morgan Stanley das Kursziel für die Aktie von zuvor 33 auf nun 60 US-Dollar an und stufte den Wert auf „Hold“ hoch. Zudem belegen Pflichtmitteilungen das anhaltende Interesse großer Vermögensverwalter: BlackRock meldete am 27. Juli eine Beteiligung von rund 8,3 Prozent am Grundkapital des Unternehmens.
An der Börse notiert die Aktie von CRISPR Therapeutics aktuell bei 44,81 Euro. Trotz der operativen Erfolge verzeichnete das Papier auf Sicht von 30 Tagen ein Minus von 13,55 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 68,00 Euro liegt damit gegenwärtig bei 34,10 Prozent. Anleger richten ihr Augenmerk nun auf die anstehenden Datenpräsentationen Ende August, die weiteren Aufschluss über das Potenzial der breiten Pipeline geben könnten.
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