CrowdStrike-Chef George Kurtz hat Anfang Juli Aktien im Wert von rund 1,96 Millionen Dollar verkauft. Die Transaktion wirkt auf den ersten Blick brisant, folgt aber einem festen Fahrplan. Kurtz handelte über einen automatisierten Verkaufsplan, den er bereits im Januar aufgesetzt hatte.
Verkauf nach festem Plan, nicht aus spontaner Entscheidung
Am 1. Juli verkaufte Kurtz insgesamt 2.500 Aktien der Klasse A. Die Transaktion lief über 18 Einzelgeschäfte zu Preisen zwischen 766,27 und 784,51 Dollar je Aktie, im Schnitt bei rund 785,60 Dollar. Rechtliche Grundlage war ein sogenannter 10b5-1-Plan vom 6. Januar 2026 – ein Instrument, das Führungskräfte nutzen, um Insiderhandel-Vorwürfe von vornherein auszuschließen.
Nach dem Verkauf hält Kurtz weiterhin direkt gut 2,07 Millionen Aktien. Hinzu kommen 100.000 Aktien indirekt über den Kurtz Family Dynasty Trust, an dem er über seinen finanziellen Anteil hinaus keine wirtschaftliche Kontrolle beansprucht. Die verkauften 2.500 Stück machen damit nur einen Bruchteil seines Gesamtbestands aus.
Der Kurssturz ist optische Täuschung
Wer auf die Kurstabelle blickt, könnte erschrecken: minus 71,81 Prozent auf Wochensicht, minus 73,49 Prozent im Monatsvergleich. Die Erklärung ist simpel und hat nichts mit dem operativen Geschäft zu tun.
Am 2. Juli trat ein 4-für-1-Aktiensplit in Kraft. Jede alte Aktie wurde in vier neue umgewandelt, der Preis pro Stück entsprechend geviertelt. Der Gesamtwert der Anteile bleibt für Aktionäre unverändert – nur die Stückzahl wächst, der Einzelpreis schrumpft. Solche Splits sollen Aktien für Privatanleger zugänglicher machen und den Handel liquider gestalten.
Aktuell notiert die Aktie bei 171,00 Euro, ein Plus von 0,62 Prozent gegenüber dem Vortag. Der Schlusskurs vom Donnerstag lag bei 169,94 Euro. Der technische Indikator RSI steht bei 19,8 – ein Wert, der auf eine stark überverkaufte Situation hindeutet, allerdings ebenfalls durch die Split-Anpassung verzerrt sein dürfte.
Operatives Geschäft liefert weiter solide Zahlen
Während die Kurshistorie durch den Split verzerrt ist, zeigt das Kerngeschäft keine Schwäche. Im ersten Geschäftsquartal 2027 wuchs der Umsatz um 26 Prozent auf 1,39 Milliarden Dollar. Die neue jährlich wiederkehrende Umsatzbasis (Net New ARR) erreichte mit 256 Millionen Dollar einen Rekordwert, ein Plus von 32 Prozent im Jahresvergleich.
Das Unternehmen hob daraufhin seine Jahresprognose für die ARR-Entwicklung an. Die Cybersecurity-Plattform Falcon, die Endpunkte, Cloud-Workloads, Identitäten und Daten schützt, bleibt damit der zentrale Wachstumstreiber. Insidergeschäfte wie der von Kurtz gelten bei institutionellen Investoren üblicherweise als Randnotiz, solange sie im Rahmen vorab festgelegter Pläne erfolgen und die verkaufte Menge im Verhältnis zum Gesamtbestand gering bleibt – beides trifft hier zu.
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