CSG Aktie: 60 Prozent Verlust seit Januar

Trotz Rekordumsatz und vollem Auftragsbuch verliert die CSG-Aktie massiv an Wert. Ein Rechtsstreit und eine blockierte Übernahme belasten die Stimmung zusätzlich.

CSG Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie verliert 60 Prozent seit Jahreshoch
  • Analysten sehen Kurspotenzial von 100 Prozent
  • Auftragsbestand erreicht 17 Milliarden Euro
  • Rechtsstreit mit Minderheitsaktionär belastet

Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei der Czechoslovak Group (CSG) klaffen Realität und Marktstimmung weit auseinander. Die Aktie verliert am Dienstag weitere 3,63 Prozent auf 14,24 Euro. Damit rückt das Allzeittief aus dem Mai bedrohlich näher.

Der Abwärtstrend ist massiv. Seit dem Jahreshoch im Januar hat das Papier rund 60 Prozent an Wert verloren. Der RSI-Wert von 28 signalisiert eine stark überverkaufte Lage.

Analysten bleiben derweil durchweg optimistisch. Alle zehn Experten raten zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 32 Euro. Das entspricht mehr als einer Verdopplung des aktuellen Niveaus. Die Börse ignoriert diese Einschätzungen völlig.

Volle Auftragsbücher

Das operative Geschäft liefert eigentlich Argumente für steigende Kurse. Im ersten Quartal erwirtschaftete der Rüstungskonzern einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg um fast neun Prozent. Der Auftragsbestand kletterte auf 17 Milliarden Euro.

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Das Management hält an der Jahresprognose fest. Parallel dazu sichert CSG die Lieferketten ab. Der Konzern hat sich über Aktien und Finanzinstrumente rund 20 Prozent der Stimmrechte an der Alzchem Group gesichert. Der deutsche Chemiekonzern stellt wichtige Vorprodukte für Munition her.

Expansion und Widerstände

Auch die Produktion läuft auf Hochtouren. Seit Anfang Juni fertigt CSG gemeinsam mit einem Partner Artilleriegranaten direkt in der Ukraine. Bis Ende 2026 will das Unternehmen die Kapazität auf 850.000 Einheiten pro Jahr hochfahren.

Ein ehrgeiziges Übernahmeziel sorgt für Unsicherheit. CSG strebt eine Beteiligung am deutsch-französischen Panzerbauer KNDS an. Die Eigentümerfamilien blocken diesen Vorstoß jedoch ab. Sie bevorzugen einen Börsengang im Juli oder einen Einstieg des deutschen Staates. Diese strategische Hängepartie belastet die Stimmung.

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Rechtsstreit als Bremsklotz

Ein harter juristischer Konflikt schreckt Investoren zusätzlich ab. Der Minderheitsaktionär Petr Kratochvíl fordert für seine Anteile an zwei Tochtergesellschaften 35 Milliarden tschechische Kronen. Mehrheitseigner Michal Strnad bietet lediglich vier Milliarden. Inzwischen beschäftigen sich Gerichte in Tschechien und der Slowakei mit dem Fall.

Dieses juristische Risiko überlagert die starken operativen Zahlen. Solche unkalkulierbaren Faktoren meiden institutionelle Anleger konsequent. Die Folge: ein massiver Vertrauensverlust.

Am 7. August präsentiert CSG die Halbjahreszahlen. Dieser Termin wird zum nächsten Härtetest für die Aktie. Das Management muss beweisen, dass das operative Wachstum die internen Konflikte überstrahlen kann. Hält der Verkaufsdruck an, droht ein Fall unter das bisherige Tief von 13,65 Euro.

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