Volle Auftragsbücher, leere Hände bei den Aktionären. Ein harter Kontrast. Bei CSG klaffen operative Realität und Börsenkurs massiv auseinander. Am Wochenende endet das erste Halbjahr. Für Investoren beginnt nun die entscheidende Phase der Positionierung.
Der Blick auf den Chart gleicht einem Trümmerfeld. Seit dem Rekordhoch im Januar verlor das Papier fast 65 Prozent an Wert. Am Freitag schloss die Aktie bei 12,75 Euro. Das markiert zwar ein leichtes Tagesplus, ändert aber nichts am desaströsen Monatsverlust von rund 28 Prozent.
Die technische Lage bleibt extrem angespannt. Erst am vergangenen Mittwoch markierte der Kurs bei 12,20 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Ein RSI-Wert von knapp 30 signalisiert zwar einen überverkauften Zustand. Eine echte Trendwende erfordert jedoch einen Sprung über die 50-Tage-Linie bei 16,70 Euro.
Auftragsflut trifft auf Kursschwäche
Operativ sieht die Welt völlig anders aus. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz auf gut 1,5 Milliarden Euro. Der operative Gewinn stieg im gleichen Schritt um fast neun Prozent. Das eigentliche Prunkstück ist der Auftragsbestand. Dieser wuchs auf beachtliche 17 Milliarden Euro an.
Die politische Großwetterlage stützt das Geschäft weiterhin. Die EU hat sich kürzlich auf neue Rahmenbedingungen für Rüstungsinvestitionen geeinigt. Parallel dazu treibt die NATO ihre ehrgeizigen Ausgabenziele voran. CSG verhandelt aktuell über weitere Aufträge im Wert von 27 Milliarden Euro.
Fokus auf Margen und Cashflow
Die Wahrheit liegt nun in der Umsetzung. Am 7. August präsentiert das Management die Halbjahreszahlen. Dann muss der Rüstungskonzern beweisen, dass er die massive Nachfrage auch ohne Margendruck oder Lieferverzögerungen abarbeitet. Bis dahin dürfte die extrem hohe Volatilität den Handel dominieren.
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