CSG hat mit den Halbjahreszahlen Anfang August die eigenen Ziele bestätigt und zugleich einen Rekordwert bei Aufträgen und Pipeline vorgelegt. Der Rüstungskonzern kommt operativ deutlich voran, während das Geschäft geografisch breiter aufgestellt wird als noch vor einem Jahr.

Umsatz und Marge legen kräftig zu

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 17,2 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Das operative EBIT wuchs um 13 Prozent auf 784 Millionen Euro, die operative Marge hielt sich mit 24,1 Prozent nahe der oberen Grenze der Unternehmensprognose.

Das Unternehmen bestätigte seine Jahresziele sowie die mittelfristigen Vorgaben, die ein organisches Wachstum im mittleren zweistelligen Prozentbereich und eine Margenausweitung auf 26 bis 28 Prozent vorsehen.

Getragen wurde das Wachstum vor allem von der Sparte Land Systems, deren Umsatz sich im Jahresvergleich verdoppelte. Der Bereich stellt inzwischen 46 Prozent des Auftragsbestands. Der Gesamtbacklog erreichte 17 Milliarden Euro, zusammen mit der Pipeline summiert sich das Volumen auf einen Rekordwert von 46 Milliarden Euro – ein deutliches Signal für die Visibilität des Geschäfts über die kommenden Jahre.

Geschäft verschiebt sich weg von der Ukraine

Bemerkenswert ist die Verschiebung der Umsatzbasis: Der Anteil der Ukraine am Gesamtumsatz fiel von 27 Prozent Ende 2025 auf zuletzt 17 Prozent. Im Gegenzug wuchs der Anteil von NATO-Staaten und weiteren Verbündeten außerhalb der Ukraine auf 83 Prozent.

Europa ohne die Ukraine steht inzwischen für mehr als die Hälfte des Geschäfts, die Vereinigten Staaten avancierten zum zweitgrößten Einzelmarkt. Diese Diversifizierung reduziert die Abhängigkeit von einem einzelnen Konfliktgebiet und dürfte Anlegern als Argument für die Nachhaltigkeit des Wachstums dienen.

Parallel zu den Zahlen meldete CSG eine erfolgreiche Refinanzierung der wesentlichen Kreditlinien. Die Finanzierungskosten sinken dadurch um 125 bis 150 Basispunkte, zugleich verlängerte sich die Laufzeit auf sechs Jahre – ein Schritt, der dem Unternehmen mehr finanziellen Spielraum für Investitionen verschafft.

Neue Wachstumsfelder und Zukäufe

Strategisch baut CSG frühzeitig Positionen in Wachstumsfeldern wie Luftverteidigung, Drohnenabwehr und Antriebstechnik auf. Dazu zählt eine neue Partnerschaft mit Ukraine Armor im Bereich fortschrittlicher Antriebssysteme.

Zudem übernahm das Unternehmen den Industriestandort Gnaschwitz in Deutschland, der künftig die Produktion von Nitroglycerin ermöglichen soll. Das stärkt die Selbstversorgung mit energetischen Materialien und eröffnet nach Unternehmensangaben zusätzliche Absatzmöglichkeiten.

Kurs unter Druck trotz solider Fundamentaldaten

An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt schwächer: Am Donnerstag schloss die Aktie bei 18,90 Euro, aktuell notiert sie bei 18,47 Euro und damit 2,3 Prozent im Minus. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 6,2 Prozent zu Buche.

Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 36,05 Euro aus Ende Januar liegt der Kurs damit rund 49 Prozent darunter – ein Abstand, der die hohe Schwankungsbreite der Aktie in den vergangenen Monaten widerspiegelt und angesichts der soliden operativen Entwicklung durchaus Diskussionsstoff für Anleger liefert.