Curis hat sich Mitte August frisches Geld beschafft, um die Finanzierung des Betriebs kurzfristig zu sichern. Am 13. August gab das Unternehmen die Preisfestsetzung einer öffentlichen Kapitalerhöhung bekannt: 335.001 Stammaktien, 3.398.333 vorfinanzierte Warrants sowie 3.733.334 Warrants wurden zu einem kombinierten Preis von 1,50 US-Dollar je Aktie beziehungsweise Warrant platziert. Der Abschluss der Transaktion war für den 14. August vorgesehen, die neuen Warrants sind zu einem Ausübungspreis von 1,75 US-Dollar ausstattet.
Nettoerlös deckt kaum ein Jahr
Nach Abzug einer Platzierungsgebühr von 6,5 Prozent verbleiben Curis rund 4,8 Millionen US-Dollar an Nettoerlösen aus der Kapitalmaßnahme. Das Unternehmen selbst räumt in seinem Wertpapierprospekt ein bestandsgefährdendes Risiko ein: Der aufgelaufene Bilanzverlust beläuft sich zum 31. März 2026 auf 1,3 Milliarden US-Dollar, allein im ersten Quartal 2026 stand ein Nettoverlust von 24,2 Millionen US-Dollar zu Buche.
Die vorhandenen Mittel zuzüglich des frischen Kapitals reichen nach eigener Einschätzung nicht aus, um den Geschäftsbetrieb länger als zwölf Monate zu finanzieren. Für Anleger bedeutet das: Die Finanzierungsfrage bleibt trotz der Kapitalspritze ungelöst, weitere Kapitalmaßnahmen erscheinen absehbar.
Klinische Fortschritte bei TakeAim Lymphoma
Abseits der Finanzierungsfragen lieferte Curis im Juli klinische Daten, die zumindest Hoffnung für das Studienprogramm TakeAim Lymphoma geben. Bei Patienten mit primärem ZNS-Lymphom (PCNSL), die zuvor keine BTK-Behandlung erhalten hatten, erreichte die Studie eine Gesamtansprechrate von 100 Prozent bei den auswertbaren Fällen und 86 Prozent bei allen behandelten Patienten.
Bei Patienten mit vorheriger BTK-Erfahrung fielen die Ansprechraten mit 33 Prozent unter den auswertbaren und 26 Prozent unter allen Behandelten deutlich niedriger aus.
Die Daten stammen vom Stichtag 1. Juli. Nach Angaben des Unternehmens signalisieren Rückmeldungen von FDA und EMA, dass die laufende Studie eine Grundlage für einen beschleunigten Zulassungsantrag bei rezidiviertem oder refraktärem PCNSL bilden könnte.
Enrollment in TakeAim CLL beschleunigt sich
Parallel meldete Curis Fortschritte im Studienprogramm TakeAim CLL für chronische lymphatische Leukämie. Die Zahl der eingewilligten Patienten stieg von sechs Ende Juni auf zehn Ende Juli, an elf klinischen Zentren läuft die Rekrutierung.
Die ersten fünf Patienten sollten bis Ende Juli dosiert sein. Das Unternehmen hob seine Prognose für die Zahl der bis Jahresende 2026 verfügbaren Datensätze von fünf auf fünf bis zehn Patienten an, erste Ergebnisse werden für Dezember 2026 erwartet.
Ende Juni hatten die Aktionäre zudem einer Reverse-Split-Ermächtigung im Verhältnis von 1-zu-5 bis 1-zu-25 zugestimmt. Ziel ist es, die Mindestkursvorgabe der Nasdaq von einem US-Dollar wieder zu erfüllen – ein Indiz dafür, dass der Aktienkurs seit längerem unter Druck steht.
Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild aus klinischen Teilerfolgen auf der einen und anhaltendem Finanzierungsdruck auf der anderen Seite: Die jüngste Kapitalerhöhung verschafft Curis Zeit, löst die grundlegende Kapitalknappheit aber nicht.
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