D-Wave: 175 Qubits bis Ende 2028 geplant

D-Wave verzeichnet Rekordaufträge, aber einen Umsatzrückgang. Die Quantum Circuits Übernahme leitet einen strategischen Wandel ein.

D-Wave Quantum Aktie
Kurz & knapp:
  • Rekord-Bookings von 33,4 Millionen Dollar
  • Umsatz fällt um 81 Prozent
  • Übernahme von Quantum Circuits abgeschlossen
  • Barmittel von über 588 Millionen Dollar

D-Wave Quantum meldet einen seltenen Mix: Der Auftragseingang schießt nach oben, der Umsatz fällt kräftig. Der Grund liegt nicht in schwächerer Nachfrage, sondern in der Vergleichsbasis aus dem Vorjahr. Parallel dazu verändert die Übernahme von Quantum Circuits die technologische Ausrichtung des Unternehmens spürbar.

Rekordaufträge treffen auf Umsatzrückgang

Für das erste Quartal meldete D-Wave Rekord-Bookings von 33,4 Mio. Dollar. Das entspricht nahezu einer Verzwanzigfachung gegenüber dem Vorjahreswert. Hinter dem Sprung stehen vor allem größere kommerzielle Abschlüsse.

Dazu gehörten ein Systemkauf der Florida Atlantic University über 20 Mio. Dollar sowie ein zweijähriger QCaaS-Vertrag mit einem Fortune-100-Unternehmen über 10 Mio. Dollar. Gerade diese Größenordnung ist wichtig: D-Wave versucht, Quantencomputing nicht nur als Forschungsthema, sondern als kommerziell buchbare Rechenleistung zu positionieren.

Der Umsatz sank dennoch um 81 Prozent auf 2,9 Mio. Dollar. Ausschlaggebend war ein einmaliger Systemverkauf über 12,6 Mio. Dollar im Vorjahr, der sich diesmal nicht wiederholte. Die operative Dynamik wirkt dadurch besser als die Erlöszeile.

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Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 18,4 Mio. Dollar. Je Aktie entsprach das einem Minus von 0,05 Dollar, während Analysten mit 0,08 Dollar Verlust gerechnet hatten. Die Erwartungen wurden damit auf Ergebnisebene geschlagen, auch wenn das Unternehmen weiter klar defizitär arbeitet.

Übernahme verschiebt die Strategie

Der wichtigste strategische Schritt war die abgeschlossene Übernahme von Quantum Circuits. D-Wave kombiniert damit sein etabliertes Annealing-Modell mit gate-basierten Systemen, die auf Fehlerkorrektur ausgelegt sind. Das erweitert die adressierbaren Anwendungen, erhöht aber auch die Komplexität.

Die Kosten zeigen diesen Effekt bereits. Die operativen Aufwendungen stiegen auf 56,5 Mio. Dollar, nach 25,2 Mio. Dollar im Vorjahr; darin enthalten waren 9,1 Mio. Dollar an einmaligen Übernahmekosten. Ein Steuervorteil von 28,5 Mio. Dollar entlastete das Ergebnis.

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Technologisch setzt D-Wave nun auf eine längere Roadmap. Bis Ende 2028 peilt das Unternehmen rund 175 physische Qubits an. Für 2032 steht das Ziel von 100 logischen Qubits im Plan. Das ist ambitioniert und verschiebt den Blick stärker auf die Frage, wie schnell aus Forschungssystemen belastbare Produkte werden.

Aktie bleibt nervös

Die Bilanz verschafft D-Wave Spielraum. Ende März verfügte das Unternehmen über 588,4 Mio. Dollar an Barmitteln und marktgängigen Wertpapieren. Damit kann die Entwicklung der neuen Plattform zunächst finanziert werden, ohne dass der nächste Kapitalbedarf unmittelbar im Vordergrund steht.

An der Börse bleibt das Bild dennoch zweigeteilt. Bei 18,24 Euro notiert die Aktie am Donnerstag nahezu unverändert; über 30 Tage steht ein Plus von 26,71 Prozent, seit Jahresbeginn aber ein Minus von 24,03 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren: Die operative Story verbessert sich, der Weg zur Profitabilität bleibt lang.

Am 1. Juni will D-Wave beim ersten Investorentag an der New York Stock Exchange mehr Details zur Produkt-Roadmap, zur kommerziellen Nachfrage und zur Langfriststrategie liefern. Nach den starken Bookings und dem schwachen Umsatz dürfte vor allem zählen, wie schnell die neuen Aufträge in wiederkehrende Erlöse übergehen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.