D-Wave hat die letzte Februarwoche trotz enttäuschender Quartalszahlen mit einem Plus beendet. Das passt zur Branche: Bei Quanten-Computing-Aktien treiben Erwartungen und Stimmung oft stärker als das nackte Zahlenwerk. Doch wie stabil ist der Optimismus, wenn Umsatz und Ergebnis die Prognosen verfehlen?
Quartal verfehlt – Jahr stark
Im vierten Quartal 2025 erzielte D-Wave 2,75 Mio. US-Dollar Umsatz, ein Plus von 19% gegenüber dem Vorjahr. Damit blieb das Unternehmen aber deutlich unter der Analystenerwartung von 3,72 Mio. US-Dollar (−26%). Auch das Ergebnis je Aktie lag mit −0,09 US-Dollar unter der Schätzung von −0,06 US-Dollar.
Auf Jahressicht fällt das Bild deutlich freundlicher aus. Der Umsatz stieg 2025 um 179% auf 24,6 Mio. US-Dollar, die Bruttomarge lag bei 83%. Zudem verwies das Unternehmen auf die „höchste Liquiditätsposition der Firmengeschichte“ von über 884 Mio. US-Dollar. Der Nettoverlust im vierten Quartal verringerte sich zugleich auf 42,3 Mio. US-Dollar, nach 86,1 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal.
Bookings schwächer – Start 2026 dagegen stark
Ein Dämpfer kam bei den Bookings: Sie fielen im vierten Quartal um 27% auf 13,4 Mio. US-Dollar. Im Vorjahr hatten 18,3 Mio. US-Dollar allerdings auch einen großen Systemverkauf enthalten.
Das Management stellte dem einen kräftigen Jahresauftakt entgegen. Allein im Januar meldete D-Wave über 30 Mio. US-Dollar Bookings. Bis zum 25. Februar lagen die Bookings seit Jahresbeginn im ersten Quartal bereits bei mehr als 32,8 Mio. US-Dollar.
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Bei der Liquidität legte D-Wave ebenfalls zu: Zum 31. Dezember 2025 standen 884,5 Mio. US-Dollar an Barmitteln und marktfähigen Wertpapieren in den Büchern. Das entsprach einem Anstieg von 397% gegenüber dem Vorjahr, unter anderem nach 63,7 Mio. US-Dollar aus der Ausübung von Warrants im vierten Quartal.
Kursreaktion, Kursziele, Bewertung
Die Aktie zeigte in der Woche rund um die Zahlen einen Zickzack-Kurs. Nach anfänglichen Gewinnen nach dem Bericht setzten Verkäufe ein. Evercore ISI und Mizuho senkten daraufhin ihre Kursziele.
Trotzdem hielt sich der Titel: Über die Woche stand ein Plus von 4%, während der S&P 500 0,4% verlor und der Nasdaq Composite 1% nachgab. Rückenwind kam laut Bericht auch daher, dass das Management für die zweite Jahreshälfte stärkeres Wachstum in Aussicht stellte. Zusätzlich könnten sehr starke Quartalszahlen von IonQ die Kauflaune im Quanten-Sektor gestützt haben.
Die Schwankungsbreite bleibt extrem: Auf 52-Wochen-Sicht reichte die Spanne von 4,45 bis 46,75 US-Dollar.
Übernahme, Technikfortschritt, Regierungsgeschäft
Ein zentraler Treiber der Story ist die Übernahme von Quantum Circuits Inc. D-Wave zahlt dafür 550 Mio. US-Dollar, bestehend aus 300 Mio. US-Dollar in Stammaktien und 250 Mio. US-Dollar in bar. Nach Abschluss entsteht ein Zwei-Plattform-Unternehmen: D-Waves kommerzielle Annealing-Systeme treffen auf die supraleitende Gate-Model-Technologie von Quantum Circuits. Ein erstes Gate-Model-System soll 2026 verfügbar sein.
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Quantum Circuits nennt als technisches Merkmal „Dual-Rail“-Qubits mit integrierter Erasure-Detection, die 90% der auftretenden Fehler erkennen sollen. Gleichzeitig werden Gate-Fidelities von über 99,9% angegeben.
Operativ meldete D-Wave zudem deutliche Nutzungszuwächse: Die Nutzung der Advantage2-Systeme stieg um 314% im Jahresvergleich. Die Nutzung des Stride-Hybrid-Solvers legte innerhalb von sechs Monaten um 114% zu. Im Verteidigungsbereich kündigte das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Anduril und Davidson an, um hybride Quanten-Klassik-Anwendungen für die US-Luft- und Raketenabwehrplanung zu entwickeln. Ein erstes Proof-of-Concept soll mindestens eine 10-fach schnellere Lösungszeit sowie eine Verbesserung der Bedrohungsabwehr um 9% bis 12% gezeigt haben. Zusätzlich gründete D-Wave eine neue Geschäftseinheit, die die Einführung der Produkte und Dienstleistungen in US-Regierungsstellen vorantreiben soll.
Beim Standort plant das Unternehmen den Umzug des Firmensitzes nach Boca Raton (Florida) samt US-F&E-Standort. Der Wechsel von Palo Alto soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Zum Bewertungsprofil liefert der Bericht einen klaren Kontrast: Bei einer Marktkapitalisierung von nahezu 6,7 Mrd. US-Dollar standen 2025 lediglich 24,6 Mio. US-Dollar Umsatz – das entspricht einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 260.
Am 20. Mai legt D-Wave die nächsten Quartalszahlen vor. Bis dahin bleibt der Fokus auf der Integration von Quantum Circuits und der angekündigten Wachstumsbeschleunigung in der zweiten Jahreshälfte.
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