Zwischen staatlicher Technologieförderung und dem Vorstoß in kommerzielle Kundenkreise vollzieht D-Wave Quantum eine Neuausrichtung. Das Unternehmen forciert den Übergang von der reinen Technologieerprobung hin zu industriell einsetzbaren Anwendungen. An den Finanzmärkten wird dieser Prozess mit Zurückhaltung begleitet: Am Freitag schloss das Papier bei 15,29 Euro, was seit Jahresanfang einem Minus von 33 Prozent entspricht.

Staatliche Fördergelder und industrielle Partner

Ein zentraler Baustein der aktuellen Positionierung ist das Abkommen mit dem US-Handelsministerium. Im Rahmen des U.S. CHIPS and Science Act vereinbarte D-Wave Quantum den Zugriff auf Fördermittel von bis zu 100 Millionen $, um die Entwicklung im Bereich des Quantencomputings zu beschleunigen.

Als Teil dieser Vereinbarung erhält die US-Regierung eine Minderheitsbeteiligung am Eigenkapital ohne Kontrollrechte. Diese Vereinbarung stärkt die finanzielle Basis für künftige Entwicklungsschritte.

Auf der Vertriebsseite setzt D-Wave auf Kooperationen mit etablierten IT-Dienstleistern. Eine strategische Partnerschaft mit CGI soll den Einsatz in Industrieunternehmen vorantreiben. CGI integriert den Quantencomputer Advantage2 und hybride Solver in das eigene Dienstleistungsangebot. Der operative Schwerpunkt liegt dabei auf komplexen Optimierungsaufgaben in der Logistik, dem Transportwesen, dem Schienenverkehr sowie im Einzelhandel.

Technologieausrichtung und Gremienbesetzung

Auf Technologieseite verfolgt das Unternehmen weiterhin eine Doppelstrategie. D-Wave trat als Platin-Sponsor auf dem Quantum World Congress in College Park im US-Bundesstaat Maryland auf und demonstrierte dort sowohl seine Annealing- als auch seine Gate-Model-Plattformen.

Zudem kündigte das Unternehmen vor gut einer Woche seine Anwenderkonferenz Qubits Asia 2026 an, die am 28. Oktober in Seoul stattfinden soll. Die Tagung fokussiert sich auf Produktionsanwendungen und konkrete Forschungsprojekte im asiatischen Markt.

Flankiert werden die operativen Schritte durch personelle Anpassungen in den Aufsichtsgremien. Nach einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom 18. September berief das Unternehmen Bernard Gavgani als unabhängigen Class-II-Direktor in das Board. Gavgani übernimmt zudem eine Funktion im Cybersecurity Committee des Gremiums.