Zwei Top-Manager verkaufen Aktien im Wert von fast 30 Millionen Dollar. Gleichzeitig bekräftigt die Wall Street ihre bullishen Kursziele. Bei D-Wave Quantum prallen gerade zwei gegensätzliche Signale aufeinander.

Millionenverkäufe nach Bundesförderung

CEO Alan Baratz trennte sich am 8. Juni von Aktien im Wert von rund 18 Millionen Dollar — zu einem Durchschnittspreis von 26,13 Dollar. CFO John Markovich hatte zwischen dem 22. Mai und dem 8. Juni bereits Papiere im Wert von über 10 Millionen Dollar verkauft.

Der Zeitpunkt ist auffällig. Das US-Handelsministerium hatte am 21. Mai ein milliardenschweres Förderprogramm für die Quantencomputing-Branche unter dem CHIPS Act angekündigt. Die Verkäufe erfolgten kurz danach. Marktbeobachter weisen allerdings darauf hin, dass die liquidierten Anteile nur einen Teil der Gesamtbeteiligungen der Manager darstellen.

Bundesgeld: D-Wave nimmt, Google lehnt ab

Im Quantensektor zeichnet sich eine strategische Spaltung ab. Alphabet lehnte seinen Anteil am Förderprogramm am 10. Juni offiziell ab — wegen der Forderung nach einer staatlichen Minderheitsbeteiligung. D-Wave hingegen nimmt die Mittel an, gemeinsam mit IBM und Rigetti.

Die staatliche Beteiligung bringt engere Aufsicht mit sich. D-Wave wertet die Förderung dennoch als notwendigen Schritt, um skalierbare Quantensysteme langfristig finanzieren zu können.

Rosenblatt hält an 43-Dollar-Ziel fest

Trotz der Insiderverkäufe bleibt die institutionelle Stimmung positiv. Rosenblatt Securities bestätigte am 12. Juni sein „Buy“-Rating. Analyst John McPeake hält am Kursziel von 43,00 Dollar fest. Der breite Analystenkonsens liegt bei „Strong Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 37,73 Dollar.

Analysten setzen dabei auf D-Waves wachsende Präsenz in KI- und Blockchain-Anwendungen. Das Unternehmen meldet Fortschritte bei Wirkstoffsimulationen und Quantenblockchain-Testnets.

Kurs zwischen 50-Tage-Linie und Jahrestief

Die Aktie notiert aktuell bei 20,89 Euro — rund 11,5 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 18,74 Euro. Seit Jahresbeginn liegt das Papier knapp 13 Prozent im Minus, über zwölf Monate steht jedoch ein Plus von gut 52 Prozent. Der RSI von 49 signalisiert neutrales Terrain.

Das Bild bleibt gespalten: starke Jahresperformance, aber deutlicher Abstand zum Oktober-Hoch bei 38,48 Euro. Ob die Bundesförderung und der Analystenkonsens die Insiderverkäufe mittelfristig überwiegen, wird sich spätestens beim nächsten Quartalsbericht zeigen.