Einen schwachen Tag erlebte gestern die D-Wave Quantum. Die Börsenuhren drehen zurück auf 17,33 Euro, die Aktie verlor -0,67 Euro oder -3,7 %. Das große Trend-Bild ist indes noch immer gültig. Die Aktie kämpft unter erheblichen Schwankungen unverändert um den Aufwärtstrend.
D-Wave Quantum mit guten Nachrichten, die allerdings wenig ziehen
Technologisch setzt D-Wave Quantum derzeit ein Ausrufezeichen nach dem anderen. Eine peer-reviewte Veröffentlichung im renommierten Fachjournal Nature bestätigte jüngst eine Gattertreue von rund 99,9 % bei einem schnellen Zwei-Qubit-Gatter und einer Gatterzeit von etwa 500 Nanosekunden. Gleichzeitig erhält das Unternehmen bis zu 300.000 kanadische Dollar Förderung für die Weiterentwicklung seiner Annealing-Software und baut sein kommerzielles Netzwerk mit Partnern wie AT&T und Nasdaq Verafin weiter aus. Doch zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und einem wirtschaftlichen Durchbruch liegt weiterhin eine entscheidende Lücke.
Besonders deutlich wird das beim Blick auf die jüngsten Geschäftszahlen. Im ersten Halbjahr schnellten die Bookings um mehr als 1.120 % auf 35,5 Millionen US-Dollar nach oben. Die sogenannten Remaining Performance Obligations stiegen sogar um 668 % auf 40,7 Millionen US-Dollar. D-Wave gewinnt also zunehmend Geschäft und verfügt über einen wachsenden Bestand an bereits vereinbarten Leistungen. In der Gewinn- und Verlustrechnung kommt diese Dynamik bislang allerdings nur begrenzt an: Der Umsatz des zweiten Quartals betrug 3,07 Millionen US-Dollar und verfehlte damit die Markterwartung von 4,03 Millionen US-Dollar.
Ein wichtiger Grund ist der zeitliche Abstand zwischen Vertragsabschluss und Umsatzrealisierung. So trug unter anderem ein Systemverkauf über 20 Millionen US-Dollar an eine Universität in Florida erheblich zu den künftigen Leistungsverpflichtungen bei, wird aber nicht unmittelbar vollständig als Umsatz verbucht. Damit wird das vierte Quartal nun zum zentralen Prüfstein. Das Management erwartet dort den Großteil der Jahreserlöse und hält gleichzeitig an zwei Systemauslieferungen im Jahr 2026 fest.
Analysten sind unverändert sehr zuversichtlich. Die Kursziele sind fast unbeschreiblich hoch!
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