Gegen D-Wave Quantum und bestimmte Führungskräfte des Unternehmens ist eine Wertpapier-Sammelklage eingereicht worden. Die US-Kanzlei Robbins Geller Rudman & Dowd gab diesen Schritt gestern bekannt. Die Aktie zeigt sich davon unbeeindruckt und legt heute um 2,6 Prozent auf 10,77 Euro zu.

Vorwürfe betreffen Geschäftsaussichten

In der Klageschrift wird dem Quantencomputer-Hersteller vorgeworfen, irreführende Angaben über seine geschäftlichen sowie finanziellen Aussichten gemacht zu haben. Bei den erhobenen Punkten handelt es sich ausdrücklich um rechtliche Anschuldigungen und nicht um gerichtlich festgestelltes Fehlverhalten. Betroffene Anleger haben bis zum 15. Dezember 2026 Zeit, sich bei Gericht als federführende Kläger zu melden.

Derartige Auseinandersetzungen sind an den US-Börsen nach deutlichen Kursrückschlägen keine Seltenheit. Das Papier des Unternehmens geriet übergeordnete Zeiträume hinweg erheblich unter Druck. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf 52 Prozent. Die rechtlichen Schritte markieren damit ein weiteres Risiko in einer für den Sektor ohnehin volatilen Marktphase.

Operative Fertigung und interne Transaktionen

Auf operativer Ebene meldete das Unternehmen vor wenigen Tagen eine wichtige Partnerschaft. Wie die Financial Times berichtete, schloss D-Wave Quantum eine mehrjährige Vereinbarung mit SkyWater Technology ab. Ziel der Vereinbarung ist die Fortführung der spezialisierten Halbleiter-Prozessentwicklung sowie der Fertigung für die Quantensysteme in einer Fabrik im US-Bundesstaat Minnesota.

Parallel dazu gab es Veränderungen bei den internen Anteilsbeständen. Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC wurden bei Vorstandschef Alan Baratz 52.320 Stammaktien einbehalten. Die Transaktion diente der Begleichung von Steuerpflichten, die mit dem Anfallen fälliger Restricted Stock Units verbunden waren.

Stabilisierung nach Sektor-Turbulenzen

Die jüngste Kursstabilisierung folgt auf eine unruhige Handelswoche für die gesamte Branche. Medienberichten zufolge hatten zuvor geplante Kapitalmaßnahmen und Übernahmepläne des Konkurrenten IonQ Befürchtungen vor einer Verwässerung geschürt, was mehrere Branchenvertreter belastete. Nach diesem branchenweiten Abverkauf setzte bei den Titeln zuletzt eine technische Gegenbewegung ein.

Neben den Fertigungsplänen treibt das Unternehmen auch die Aufstellung seiner Systeme voran. Wie das Unternehmen mitteilte, traf der durch Swiss Quantum Technology SA finanzierte Rechner Advantage2 mit dem Namen VoltaB1 zur Installation in der Villa Saporiti in Como ein. Für Marktteilnehmer bleibt entscheidend, ob das Unternehmen trotz der juristischen Begleitgeräusche seine kommerziellen Meilensteine erreicht.