Alan Baratz verkaufte 687.627 Aktien für rund 17,97 Millionen US-Dollar – eine Transaktion, die erst diese Woche breiter publik wurde, tatsächlich aber bereits am 8. Juni 2026 stattfand, wie aus einer SEC-Meldung hervorgeht. Für Anleger ist damit weniger das Timing als die schiere Größenordnung des Verkaufs von Interesse, zumal er in eine Phase fällt, in der die Aktie unter deutlichem Druck steht.

Optionsausübung mit großem Abstand zum Verkaufspreis

Baratz übte im Zuge der Transaktion Optionen zu Kursen von 0,91 beziehungsweise 0,846 US-Dollar aus und verkaufte die daraus resultierenden Aktien zu einem Durchschnittspreis von 26,13 US-Dollar. Die Differenz zwischen Ausübungspreis und Verkaufserlös verdeutlicht, welchen Wertzuwachs die Position in den vergangenen Jahren erfahren hat. Trotz des Verkaufs bleibt der CEO mit 3.299.771 direkt gehaltenen Aktien sowie weiteren 1.270.221 noch nicht überführten RSUs einer der größten Einzelaktionäre des Unternehmens. Insgesamt summieren sich die zuletzt gemeldeten Insider-Verkäufe bei D-Wave Quantum auf etwa 36,8 Millionen US-Dollar, was die Stimmung unter Anlegern zusätzlich belastet.

Der Aktienkurs selbst zeigt sich angeschlagen. Am Freitag schloss das Papier bei 14,69 Euro, ein Minus von 0,81 Prozent gegenüber dem Vortag. Der Relative-Stärke-Index von 30,9 signalisiert einen technisch überverkauften Zustand, während die Marktkapitalisierung mittlerweile auf umgerechnet 5,48 Milliarden Euro geschrumpft ist. Auf Jahressicht hat sich der Kurs mehr als halbiert.

Rekordbuchungen treffen auf schrumpfenden Umsatz

Operativ präsentiert sich D-Wave Quantum mit einem zweigeteilten Bild. Die Buchungen im ersten Quartal 2026 kletterten auf 33,4 Millionen US-Dollar – ein Plus von rund 1.994 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig fiel der ausgewiesene Quartalsumsatz auf lediglich 2,9 Millionen US-Dollar, ein Rückgang von 81 Prozent im Jahresvergleich. Der Nettoverlust im ersten Quartal belief sich auf 18,36 Millionen US-Dollar. Die Nutzung des Advantage2-Systems stieg im Jahresvergleich um 314 Prozent, und D-Wave wurde in einer Marktübersicht als Marktführer positioniert.

Das Unternehmen verfügt zudem über eine Absichtserklärung für bis zu 100 Millionen US-Dollar aus dem CHIPS-Programm sowie einen 10-Millionen-Dollar-Vertrag mit einem Fortune-100-Unternehmen für Quantencomputing-as-a-Service. Für Anleger ebenfalls relevant ist die technische Roadmap: Für 2026 ist ein 17-Qubit-System geplant, 2027 soll ein 49-Qubit-System folgen, 2028 ein System mit 181 Qubits. Logische Qubits sollen ab 2030 in kleinerer, ab 2032 in größerer Zahl verfügbar sein. Der Zugang zu einem neuen Simulator ist für September 2026 vorgesehen.

Nasdaq-Wechsel und nächste Termine

D-Wave Quantum steht vor einem Wechsel des Aktien-Listings an die Nasdaq zum 27. Juli 2026. Die Quartalszahlen für das zweite Quartal werden voraussichtlich am 6. August 2026 veröffentlicht. Analysten nennen für die Aktie ein Kursziel von 33,45 Euro, was angesichts des aktuellen Kursniveaus eine deutliche Diskrepanz zur Marktbewertung markiert. Ob sich diese Lücke im Vorfeld des Listing-Wechsels schließt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie der Markt die kommenden Quartalszahlen und die Fortschritte bei den CHIPS-Fördermitteln bewertet.