Am gestrigen Freitag geriet die Aktie von D-Wave Quantum spürbar unter Abgabedruck und gab um 8,2 Prozent nach. Der Schlusskurs stellte sich zum Handelsschluss auf 10,49 Euro ein.
Medienberichten zufolge zweifelten Marktteilnehmer vor dem Hintergrund anhaltender operativer Verluste die Bewertung des Unternehmens an. Ein unternehmensspezifischer Auslöser oder eine neue geschäftliche Ankündigung lag der Kursbewegung zum Wochenausklang nicht zugrunde.
Damit setzt sich die Schwächephase der vergangenen Tage fort. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief schrumpfte durch den jüngsten Rücksetzer auf 3,6 Prozent zusammen.
Sammelklage und steuerbedingte Anteilsabgaben im Fokus
Neben den allgemeinen Bedenken hinsichtlich der Profitabilität sah sich das Unternehmen in dieser Woche mit juristischem Gegenwind konfrontiert. Am Donnerstag wurde eine Wertpapier-Sammelklage gegen D-Wave Quantum und bestimmte Führungskräfte eingereicht.
Die Klageschrift wirft dem Management vor, die geschäftlichen sowie finanziellen Aussichten des Quantencomputing-Unternehmens übertrieben dargestellt zu haben. Die darin formulierten Anschuldigungen sind bislang nicht bewiesen.
Parallel dazu wiesen Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC Veränderungen bei den Aktienbeständen im Führungskreis aus. Am Donnerstag wurden bei CEO Alan E. Baratz 52.320 Aktien sowie bei Acting CFO Gregory Golkov 15.859 Anteile einbehalten. Bei beiden Transaktionen handelte es sich um Vorgänge zur Begleichung von Steuerpflichten, die durch die Fälligkeit von Restricted Stock Units entstanden waren.
Strategische Initiativen und Systeminstallation in Italien
Operativ vermeldete das Unternehmen zeitgleich Fortschritte in der Fertigung und Expansion. Bereits am Dienstag schloss D-Wave eine mehrjährige Vereinbarung mit SkyWater Technology ab.
Die Partnerschaft dient der Fortführung der spezialisierten Halbleiterprozessentwicklung sowie der Fertigung für die Quantensysteme von D-Wave, wobei vertragliche Klauseln den Schutz des geistigen Eigentums von D-Wave gewährleisten. Zu den finanziellen Rahmenbedingungen machten die beteiligten Parteien keine Angaben.
Zudem erfolgte die Auslieferung Advantage2 Quantencomputer nach Europa. Das System, das über mehr als 4.400 Qubits verfügt, traf zur Installation in der Villa Saporiti in Como in der italienischen Lombardei ein.
Finanziert wird das Projekt durch die Swiss Quantum Technology SA auf Basis einer Vereinbarung über 10 Millionen Euro. Ungeachtet dieser technischen Fortschritte überwog am Markt zum Ende der Handelswoche jedoch die Skepsis hinsichtlich der Bewertung.
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