D-Wave Quantum und der japanische Mobilfunkriese NTT DOCOMO legen nach: Im Netz des Anbieters geht bereits die zweite Quantenanwendung live. Dieses Mal geht es um die feingliedrige Optimierung von sogenannten Tracking-Area-Lists, also um die geschickte Bündelung geografischer Netzbereiche. Was banal klingt, löst ein zentrales Problem der Telekommunikation: Normalerweise steigen Paging-Signale, wenn Standortregistrierungen sinken. D-Waves Software schafft den Spagat und reduziert beide Werte gleichzeitig – die Standort-Signale an Spitzenzeiten um satte 65,3 %, die Paging-Signale um 7,0 %.

Tempo für die Netzplanung

Wie stark die Technologie arbeitet, zeigt ein Test mit 333 Basisstationen. In nur fünf Minuten spuckte das System die optimale Netzstruktur aus. DOCOMO, mit über 93 Millionen Abos der Marktführer in Japan, nutzt die Ergebnisse bereits direkt im täglichen Betrieb. Für D-Wave-Chef Alan Baratz ist das der Beweis, dass Quantencomputing den Kinderschuhen entwächst und echte Herausforderungen im Großmaßstab meistert.

Börse bleibt gelassen

An der NASDAQ löste die Nachricht allerdings keine Kursexplosion aus. Die Aktie von D-Wave Quantum gab leicht um 1,08 % auf 19,32 US-Dollar nach. Wall-Street-Analysten bleiben dennoch optimistisch: Der Konsens steht klar auf „Strong Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 35,79 US-Dollar. Banken wie Mizuho oder Roth MKM sehen trotz jüngster Zielanpassungen weiterhin viel Luft nach oben.

Prall gefüllte Kassen

Finanziell zeigt sich bei D-Wave ein gemischtes, aber spannendes Bild. Im zweiten Quartal 2026 stagnierte der Umsatz zwar bei 3,1 Millionen US-Dollar, doch der Nettoverlust schrumpfte gewaltig von knapp 167,3 Millionen auf 48,0 Millionen US-Dollar. Dank eines fetten Systemvertrags über 20 Millionen Dollar explodierte das Auftragsvolumen im ersten Halbjahr um über 1.100 %. Mit fantastischen 546,2 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln im Rücken hat das Unternehmen genug finanziellen Atem, um die Quantenrevolution weiter voranzutreiben.