D-Wave Quantum hat auch nach seinen jüngst veröffentlichten Zahlen die Börsen in Atem gehalten. Am Freitag gelang ein Gewinn von fast 1 %. Die Aktie kam mit 18,30 Euro in das Wochenende. Das ist fast schon gleichzusetzen damit, dass der Kurs wieder in den Aufwärtstrend zurückgelaufen ist. Nur noch der GD200 ist zu überwinden. Doch auch dieser Indikator ist aktuell lediglich rund 2 % entfernt. Die Börsen sind hin- und hergerissen. Die Aktie ist derzeit mit einigen hoffnungsvollen Zahlen im Rennen. Auf der anderen Seite bleibt die Frage, wann der große Trend für das Unternehmen beginnen kann.

D-Wave Quantum ist riskant, aber hoffnungsfroh

35,5 Millionen Dollar Bookings, 40,7 Millionen Dollar vertraglich gesicherte künftige Umsätze und eine Liquiditätsposition von 546,2 Millionen Dollar: D-Wave Quantum liefert derzeit zahlreiche Zahlen, die auf eine beeindruckende Wachstumsstory hindeuten. Dennoch bleibt die Aktie ein Hochrisikowert.

Der Grund liegt vor allem darin, dass der Markt technologische Fortschritte und eine starke Pipeline nicht mehr automatisch mit wirtschaftlichem Erfolg gleichsetzt. Die jüngsten Quartalszahlen haben diesen Konflikt offengelegt. D-Wave steigerte seine Bookings im ersten Halbjahr um 1.120 % auf 35,5 Millionen Dollar, doch im zweiten Quartal kamen beim Umsatz lediglich 3,1 Millionen Dollar zusammen. Erwartet worden waren rund 4,03 Millionen Dollar. Gleichzeitig lag der Verlust je Aktie mit 0,13 Dollar ebenfalls über den Prognosen.

D-Wave muss Anleger deshalb davon überzeugen, dass der gewaltige Sprung bei den Bookings mehr ist als eine Sammlung einzelner Großaufträge. Besonders der Verkauf eines Systems für 20 Millionen Dollar an die Florida Atlantic University trug erheblich zum Wachstum bei. Die entscheidende Frage lautet nun, ob sich daraus eine breiter angelegte und planbare Kommerzialisierung entwickelt.

Neue Partnerschaften liefern dafür zumindest zusätzliche Ansatzpunkte. Mit Nasdaq Verafin arbeitet D-Wave an möglichen Anwendungen zur Erkennung von Finanzkriminalität, Betrug und Geldwäsche. Zugleich gibt es Kooperationen und Projekte im Telekommunikationsbereich sowie weitere Fortschritte durch die Tochter Quantum Circuits.

Der Markt also steht vor einem Rätsel. Die Aktie lockt einerseits mit Perspektiven, andererseits trauen sich die Börsen bei einem Cash-Verbrenner noch nicht aus der Reserve. Am Freitag ging es zwar nach oben, doch der Kurs liegt weiterhin rund 55 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 40,41 Euro.