D-Wave Quantum meldet einen technischen Fortschritt bei seinem Gate-Modell. In einer im Fachjournal Nature veröffentlichten Studie erreichte ein Zwei-Qubit-Gate auf Basis einer supraleitenden Dual-Rail-Architektur eine Fidelität von 99,9 %. Die Operationszeit liegt bei rund 500 Nanosekunden. Simulationen zufolge könnten weitere Fehlerkorrekturstufen die logische Fehlerrate jeweils um bis zu den Faktor zehn reduzieren. Langfristig arbeitet D-Wave beim Gate-Modell auf Systeme mit 10.000 Qubits hin. Beim Annealing sind 100.000 Qubits vorgesehen. Ein weiteres Entwicklungsziel sind 100 logische Qubits und mehr als eine Million Operationen.

Die kommerziellen Größenordnungen sind bislang wesentlich kleiner. Im zweiten Quartal erzielte D-Wave 3,1 Millionen Dollar Umsatz, davon 62,4 % mit kommerziellen Kunden. Das Geschäft mit Quantum Computing as a Service wuchs um 50 % auf 1,9 Millionen Dollar. Bei den Bookings erreichte das Unternehmen im ersten Halbjahr 35,5 Millionen Dollar. Das entsprach einem Anstieg um 1.120 %. Einen erheblichen Anteil daran hatte ein einzelner Systemverkauf über mehr als 20 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr plant D-Wave weiterhin zwei Systemauslieferungen. Ein großer Teil der Erlöse soll im vierten Quartal verbucht werden.

Kurse sind etwas gestiegen, aber doch noch schwach

Zusätzliche Finanzierung erhält D-Wave durch die vereinbarte staatliche Förderung in den USA. Eine erste Tranche von mehr als 53 Millionen Dollar steht unmittelbar zur Verfügung. Washington erhält im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung am Unternehmen.

Auch in der Finanzführung gab es Anfang September eine Veränderung. John Markovich schied zum 2. September als Finanzchef aus. Senior Vice President Greg Golkov übernahm die Aufgabe kommissarisch. D-Wave erklärte, der Wechsel stehe nicht im Zusammenhang mit Differenzen über die Rechnungslegung oder das Geschäft.

Die Aktie reagierte zum Wochenschluss mit einem Anstieg. Bei 14,58 Euro lag der Kurs am Freitagabend 1,60 % über dem Vortag. Innerhalb eines Monats hat das Papier rund 16 % verloren, seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang etwa 37 %. Die Volatilität auf Jahressicht liegt bei rund 71 %.

Am 5. November veröffentlicht D-Wave die Zahlen für das dritte Quartal.