Einen enormen Abschlag von über -8,5 % nahm nun die D-Wave Quantum. Der Titel kam auf einen Kurs von nur 16,02 Euro. Die Schwankungsbreite ist unverändert enorm, wobei die schlechten Nachrichten, wenn überhaupt, bereits am 6.8. mit den Quartalszahlen vorgetragen worden waren. Auf der anderen Seite schafft das Unternehmen für die Optimisten auch ein gutes, starkes Nachrichtenumfeld.
Quantencomputing kann es schaffen
D-Wave Quantum liefert den nächsten konkreten Beleg dafür, dass Quantencomputing zunehmend im praktischen Betrieb ankommt. Gemeinsam mit dem japanischen Mobilfunkriesen NTT DOCOMO hat das Unternehmen bereits die zweite Quantenanwendung in dessen Netz in Betrieb genommen. Dieses Mal optimiert die Technologie sogenannte Tracking-Area-Lists, also die geografische Bündelung von Netzbereichen.
Dahinter steckt ein für Mobilfunknetze relevantes Optimierungsproblem. Sinkt die Zahl der Standortregistrierungen, steigen normalerweise die Paging-Signale – und umgekehrt. D-Waves Software konnte diesen Zielkonflikt offenbar durchbrechen: Die Standort-Signale zu Spitzenzeiten wurden um 65,3 % reduziert, während gleichzeitig auch die Paging-Signale um 7,0 % sanken.
Besonders bemerkenswert ist die Geschwindigkeit. In einem Test mit 333 Basisstationen ermittelte das System innerhalb von fünf Minuten die optimale Netzstruktur. NTT DOCOMO, Japans Marktführer mit mehr als 93 Millionen Mobilfunk-Abonnements, nutzt die Ergebnisse bereits im täglichen Betrieb. Für D-Wave ist das weit mehr als ein weiteres Pilotprojekt. Die zweite produktive Anwendung bei einem Großkonzern stärkt die These, dass die Technologie reale Optimierungsprobleme inzwischen auch im industriellen Maßstab lösen kann.
Nur die Finanzdaten zeigen ein gemischtes Bild. Der Umsatz stagnierte im zweiten Quartal 2026 bei 3,1 Mio. US-Dollar. Gleichzeitig verringerte sich der Nettoverlust deutlich von knapp 167,3 Mio. auf 48,0 Mio. US-Dollar. Noch stärker entwickelte sich das Auftragsgeschäft: Die Buchungen stiegen im ersten Halbjahr um mehr als 1.120 % auf 35,5 Mio. US-Dollar, während die vertraglich gesicherten künftigen Erlöse auf 40,7 Mio. US-Dollar kletterten. Davon sind 23 Mio. US-Dollar bereits kurzfristig fixiert.
Hier liegt nun der entscheidende Prüfstein. D-Wave muss zeigen, dass aus den stark gestiegenen Buchungen und den erfolgreichen Großkundenanwendungen tatsächlich steigende Umsätze werden. Mit 546,2 Mio. US-Dollar an liquiden Mitteln verfügt das Unternehmen über ausreichend finanziellen Spielraum. Gelingt die Umsatzumwandlung, könnte sich die Kommerzialisierung der Technologie zunehmend auch in den Zahlen widerspiegeln.
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