Die Anteilsscheine von D-Wave Quantum finden an den internationalen Handelsplätzen derzeit keinen dauerhaften Halt. Während das Unternehmen seine Rechnerarchitektur über wissenschaftliche Kooperationen in der praktischen Anwendung verankern will, belastet das makroökonomische Umfeld spekulative Technologiewerte spürbar. Am Freitag ging das Papier bei 12,99 Euro aus dem Handel.

Anleiherenditen belasten den Quantensektor

Hauptursache für den jüngsten Abwärtsdruck waren Verschiebungen an den Rentenmärkten. Die Aussicht auf längerfristig hohe Kapitalmarktzinsen löste eine breite Verkaufswelle bei risikobehafteten Technologieaktien aus.

Medienberichten zufolge geriet D-Wave gemeinsam mit anderen Vertretern der Branche unter Druck, ohne dass unternehmenseigene Hiobsbotschaften vorlagen. Bereits Anfang des Monats hatte allgemeine Schwäche im Segment für Kursverluste gesorgt.

Für die gesamte Quantenbranche bedeuten steigende Zinsen spürbaren Gegenwind. Da tragfähige Erträge und eine flächendeckende Kommerzialisierung bei vielen Pionieren dieser Technologie erst in künftigen Jahren erwartet werden, verringern teurere Finanzierungsbedingungen die Risikobereitschaft der Investoren. Marktteilnehmer trennen sich in solchen Phasen bevorzugt von Unternehmen mit forschungsintensiven Geschäftsmodellen.

Fortschritte bei Kooperationen und Simulation

Ungeachtet der Marktschwäche arbeitet D-Wave daran, den praktischen Nutzen seiner Rechner zu demonstrieren. Vor gut einer Woche, seither -6,7 %, schloss der Konzern eine Partnerschaft mit dem Logistik-Forschungszentrum der University of Arkansas. Die Initiative untersucht Quantenlösungen für Lieferketten, darunter Routenplanung, Bestandsführung und Störfallreaktionen.

Parallel dazu bindet das Unternehmen seine Systeme in ein Ausbildungsprogramm für Quanten-Cybersicherheit an einer Hochschule ein, bei dem die Florida Atlantic University einen Advantage2-Rechner aufstellt. Das Vorhaben wird durch eine NIST-Förderung über 200.000 $ unterstützt.

Zur technologischen Weiterentwicklung startete D-Wave zudem ein Beta-Programm für einen Gate-Model-Simulator. Dieser gewährt ausgewählten Firmen und Forschungsinstituten frühen Zugang zu fehlerbewusster Programmierung.

An der Börse verpufften diese operativen Weichenstellungen bislang. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 43 Prozent. Mit einem 52-Wochen-Hoch von 40,41 Euro bleibt die Kurslücke zu früheren Höchstständen beträchtlich.