Mit nun 17,65 Euro hat die D-Wave Quantum exakt einen Seitwärtstrend markiert. Die Notierungen sind aktuell umstritten. Das Unternehmen verbrennt (aktuell) Geld, die Analysten sehen indes fast Kurschancen von 100 %. Wer hat Recht?
Für die D-Wave Quantum prallen derzeit zwei sehr unterschiedliche Realitäten aufeinander. Die Auftragseingänge wachsen mit enormem Tempo, während Umsatz und Ergebnis noch deutlich zeigen, dass das Geschäftsmodell am Anfang seiner kommerziellen Entwicklung steht. Das unterstreicht die komplexe Investmentstory des Quantencomputing-Spezialisten.
Diese Zahlen waren relativ gut
Im ersten Halbjahr 2026 schnellten die Auftragseingänge um 1.121 % auf 35,5 Millionen US-Dollar nach oben. Das ist ein starkes Signal für die zunehmende Nachfrage nach den Technologien von D-Wave. Beim Umsatz konnte das Unternehmen mit dieser Dynamik allerdings noch nicht Schritt halten. Im zweiten Quartal flossen lediglich 3,08 Millionen US-Dollar durch die Bücher, obwohl der Markt mit 4,03 Millionen Dollar gerechnet hatte.
Auch beim Ergebnis bleibt die Lücke erheblich. D-Wave meldete einen Verlust von 0,13 US-Dollar je Aktie und verfehlte damit die Erwartung von minus 0,09 Dollar. Noch gravierender fällt der Blick auf das EBITDA aus: Mit minus 37,1 Millionen US-Dollar weitete sich der Fehlbetrag gegenüber dem Vorjahr um rund 85 % aus. Die derzeitigen Auftragseingänge müssen daher erst noch beweisen, dass sie sich in ausreichend hohe Erlöse und eine bessere Kostenstruktur übersetzen lassen.
Trotz dieser Zahlen ist die langfristige Fantasie der entscheidende Bestandteil der Bewertung. Die Hoffnung beruht auf einem möglichen technologischen Durchbruch, durch den Quantencomputer in deutlich mehr kommerziellen Anwendungen eingesetzt werden könnten. Wie groß dieser Markt tatsächlich wird und welche Anbieter davon am stärksten profitieren, lässt sich derzeit allerdings noch nicht verlässlich bestimmen. Die US-Regierung aber glaubt an das Unternehmen. Sie möchte über das Handelsministerium 100 Millionen Dollar investieren.
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