D-Wave Quantum steht vor einem auffälligen Widerspruch: Während das Unternehmen operative Rekorde bei Aufträgen meldet, ziehen sich Fonds und Insider aus dem gesamten Quantencomputing-Sektor zurück. Bei D-Wave sank die Zahl der Hedgefonds mit Beteiligung im ersten Halbjahr von 26 auf 17 – trotz des stärksten Buchungswachstums unter den drei großen börsennotierten Quantenwerten IonQ, Rigetti und D-Wave.
Rekordbuchungen treffen auf Bewertungssorgen
Die Zahlen aus dem zweiten Quartal, die D-Wave am 6. August vorlegte, zeigen ein zweigeteiltes Bild. Die Buchungen im ersten Halbjahr kletterten im Jahresvergleich um 1.120 Prozent auf 35,5 Millionen US-Dollar, getragen von einem 20-Millionen-Dollar-Systemverkauf an die Florida Atlantic University.
Die noch abzuarbeitenden Auftragsverpflichtungen stiegen auf 40,7 Millionen US-Dollar, wovon 57 Prozent binnen zwölf Monaten in Umsatz umgewandelt werden sollen. Der Anteil kommerzieller Kunden am Quartalsumsatz stieg auf 62,4 Prozent, Kunden aus der Forbes-Global-2000-Liste steuerten fast die Hälfte bei.
Der Umsatz selbst blieb mit 3,1 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal nahezu unverändert, während sich der operative Verlust auf 54,7 Millionen US-Dollar mehr als verdoppelte. Diese Diskrepanz zwischen Auftragseingang und tatsächlichem Umsatz erklärt, warum Anleger trotz der Wachstumszahlen zurückhaltend bleiben – die Wandlung der Bücher in reale Erlöse braucht Zeit.
Genau an diesem Punkt setzt die Skepsis rund um die Bewertung an: Medienberichten zufolge lag das Kurs-Umsatz-Verhältnis von D-Wave Ende August bei 532,38 – deutlich höher als bei IonQ mit 68,87 und selbst über dem von Rigetti mit 406,82. Über den gesamten Sektor hinweg summierten sich die Netto-Insiderverkäufe bei IonQ, Rigetti und D-Wave über drei Jahre auf rund 863 Millionen US-Dollar, was das Muster fortgesetzter Gewinnmitnahmen durch Führungskräfte trotz positiver Geschäftsentwicklung unterstreicht.
Kurs unter Druck, Volatilität bleibt hoch
Der Kursverlauf spiegelt diese Unsicherheit wider. Am Freitag schloss die Aktie bei 14,69 Euro, ein Minus von 4,4 Prozent, nachdem sie bereits seit dem Rücktritt von CFO John Markovich am vergangenen Mittwoch um 2,3 Prozent nachgegeben hatte.
Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 16 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 35 Prozent. Damit notiert das Papier 64 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 40,41 Euro vom Oktober vergangenen Jahres, während der Abstand zum jüngsten 52-Wochen-Tief von Ende März bei 32 Prozent liegt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 109 Prozent zeigt, wie nervös der Markt das Papier derzeit handelt.
Substanz trotz Zweifeln
Operativ liefert D-Wave weiterhin konkrete Fortschritte. NTT DOCOMO nahm Mitte August eine zweite Quantenanwendung im Netzbetrieb in Betrieb, die Registrierungssignale um 65,3 Prozent und Paging-Signale um 7,0 Prozent senkte – eine Optimierung, die binnen etwa fünf Minuten über 333 Basisstationen hinweg berechnet wurde.
Zudem berief das Unternehmen Kevan P. Krysler in den Vorstand und den Prüfungsausschuss, während die National Research Council of Canada eine – wenn auch überschaubare – Förderung für kommerzielle Software auf Basis der Advantage2-Systeme bewilligte.
Mit einer Kassenposition von 546,2 Millionen US-Dollar zum 30. Juni verfügt D-Wave über finanziellen Spielraum, um die Lücke zwischen Auftragsbüchern und Umsatzrealisierung zu überbrücken. Ob dieser Puffer ausreicht, um Anleger von der langfristigen Kommerzialisierungsstrategie zu überzeugen, bleibt angesichts der hohen Bewertung und des anhaltenden Insiderverkaufsdrucks die entscheidende Frage für die kommenden Quartale.
D-Wave Quantum-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue D-Wave Quantum-Analyse vom 30. August liefert die Antwort:
Die neusten D-Wave Quantum-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für D-Wave Quantum-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
D-Wave Quantum: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

