Am 1. Juni 2026 lud D-Wave Quantum zum ersten Investor Day an die New York Stock Exchange — und nutzte die Bühne für eine weitreichende Ankündigung: Bis 2032 will das Unternehmen 100 logische Qubits entwickeln, die mehr als eine Million Operationen ausführen können.
Stufenplan mit konkreten Meilensteinen
Der Weg dorthin ist in klaren Etappen definiert. Für 2026 plant D-Wave 17 physische Qubits mit einer Halbierung der logischen Fehlerrate. 2027 sollen es 49 physische Qubits sein, verbunden mit einer 20-fachen Fehlerreduktion. 2028 folgt der Sprung auf 181 physische Qubits.
Technologisch setzt D-Wave auf eine sogenannte Dual-Rail-Architektur. Diese soll rund 90 Prozent aller Fehler erkennen und eine Zwei-Qubit-Fidelität von 99,9 Prozent erreichen. Besonders ambitioniert ist der angestrebte Lambda-Wert von 10 — der Branchendurchschnitt liegt derzeit bei etwa 2. Den Übergang zu 10 logischen Qubits plant das Unternehmen für 2030, bevor 2032 das Endziel erreicht werden soll.
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Umsatz verfehlt, Verluste bleiben hoch
Die Quartalszahlen für Q1 2026 zeichnen ein gemischtes Bild. Der Umsatz lag bei 2,9 Millionen Dollar und verfehlte damit die Erwartungen von 4,14 Millionen Dollar deutlich. Beim Verlust je Aktie schnitt D-Wave besser ab als erwartet: minus 0,05 Dollar statt der prognostizierten minus 0,08 Dollar. Das bereinigte EBITDA belief sich auf minus 32,8 Millionen Dollar.
Die Bewertung bleibt extrem. D-Wave kommt auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 768 bei einer Marktkapitalisierung von rund 11,15 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Wettbewerber Rigetti liegt bei über 800, IonQ bei etwa 163 — der breite Technologiesektor im Schnitt bei 7,7. Trotz dieser Relation sprechen zehn von elf Analysten eine Kaufempfehlung aus, einer votiert für Halten.
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Wettbewerb und staatliche Milliarden
Das Marktumfeld ist in Bewegung. Die US-Regierung hat jüngst zwei Milliarden Dollar auf neun Quantencomputing-Unternehmen verteilt, wobei IBM allein die Hälfte erhielt. IBM investiert zusätzlich zehn Milliarden Dollar über fünf Jahre in eigene Quantenprojekte und peilt ein fehlertolerantes Großsystem bis 2029 an.
D-Wave behauptet, seine supraleitende Technologie sei 100 bis 1.000 Mal schneller als konkurrierende Neutral-Atom- oder Ionenfallen-Systeme. Die Aktie notiert aktuell bei 26,15 Euro — rund 52 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, aber noch gut 32 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Oktober 2025. Ob der Investor Day den Kurs nachhaltig stützt, hängt letztlich daran, wie überzeugend D-Wave die nächsten technischen Meilensteine liefert — der erste davon bereits in diesem Jahr.
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