Nach dem ersten Investor Day seiner Geschichte zieht D-Wave Quantum die Aufmerksamkeit der Wall Street auf sich. Mehrere Analysten erhöhten ihre Kursziele — und die Begründungen gehen über bloßen Optimismus hinaus.

Analysten erhöhen Kursziele deutlich

B. Riley Securities hob das Kursziel von 36 auf 40 US-Dollar an und bestätigte das „Buy“-Rating. Rosenblatt Securities folgte mit einem Kursziel von 43 US-Dollar — ebenfalls mit Kaufempfehlung. Beide Häuser verwiesen auf D-Waves Strategie, sich als sogenannter Dual-Platform-Anbieter zu positionieren: Das Unternehmen kombiniert seine etablierten Annealing-Systeme mit einem neuen Gate-Modell-Ansatz.

Unter den rund zwölf Analysten, die den Wert abdecken, lautet das Konsensurteil „Strong Buy“. Nur je eine „Hold“- und eine „Sell“-Empfehlung stehen dagegen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 37,50 US-Dollar — deutlich über dem aktuellen Kurs von 25,42 Euro, der seit Jahresbeginn knapp sechs Prozent zugelegt hat. In den vergangenen zwölf Monaten summiert sich das Plus auf über 63 Prozent.

Unternehmensseite: Starkes Nutzerwachstum, schwache Erlöse

Die Nutzung des Advantage2-Systems stieg im Jahresvergleich um 314 Prozent — ein Wachstumssignal, das Analysten als Beleg für echte kommerzielle Traktion werten. Im ersten Quartal 2026 meldete D-Wave einen Verlust je Aktie von 0,05 US-Dollar, besser als die erwarteten 0,08 US-Dollar. Der Umsatz von 2,86 Millionen US-Dollar verfehlte allerdings die Schätzungen und lag unter dem Vorjahreswert.

Die Liquiditätsreserve beträgt 588 Millionen US-Dollar — komfortabel für ein Unternehmen in dieser Wachstumsphase. Die Marktkapitalisierung lag Anfang Juni bei rund 11 Milliarden US-Dollar.

Kommerzielle Nachfrage zieht an

Eine vom Unternehmen in Auftrag gegebene Umfrage unter gut 1.000 britischen Entscheidungsträgern zeigt, wie weit das Thema Quantencomputing in Konzernetagen vorgedrungen ist. 65 Prozent der Befragten erproben bereits Quantenlösungen oder setzen sie ein. Rund 41 Prozent der großen britischen Unternehmen erwarten, dass Quantencomputing innerhalb eines einzigen Jahres mehr als 100 Millionen Pfund an Wert freisetzen kann.

Optimierungsaufgaben dominieren dabei: Mitarbeiterplanung und Ressourcenzuteilung nennen jeweils neun von zehn Befragten als unmittelbare Einsatzfelder. 87 Prozent sehen Quantencomputing als Hebel zur Verbesserung bestehender KI-Prozesse.

Institutionelles Interesse wächst — mit einem Vorbehalt

Geode Capital Management stockte seinen Anteil zuletzt um 11,5 Prozent auf über 8,3 Millionen Aktien auf. Auf der anderen Seite verkaufte der CFO in den vergangenen 90 Tagen Aktien im Umfang von rund 329.000 Stück — ein Detail, das Anleger im Blick behalten dürften.

Das externe Umfeld spielt D-Wave in die Hände: Der US-Commerce-Sektor plant Anreize über den CHIPS Act, und der bevorstehende Börsengang von Konkurrent Quantinuum dürfte die Sektordiskussion weiter befeuern. Ob D-Wave seinen Kundenstamm von derzeit 26 öffentlich bekannten Unternehmenskunden rasch ausbauen kann, wird über die nächste Bewertungsrunde entscheiden.