Mehr als ein Drittel Kursverlust seit Jahresbeginn und trotzdem Analystenkursziele von deutlich über 30 Euro sind Ausgangsbedingungen, wie sie nur ein spekulativer Titel wie D-Wave Quantum bringen kann. Heute werden die Notierungen bei über 15 Euro gehandelt, nachdem es um rund 2,4 % aufwärts ging. Immerhin, eine kleine Erholung, wenngleich der Titel über fünf Tage noch immer mit -9,4 % in den Büchern steht. Die Widerstreitigkeiten aber bleiben hoch.
Während ein Teil der Investoren vor allem auf die anhaltenden Verluste blickt, sehen Analysten in dem Quantencomputing-Spezialisten einen der aussichtsreichsten Vertreter eines Marktes, der sich erst am Beginn seiner Entwicklung befindet. Genau dieser Gegensatz bestimmt aktuell die Bewertung der Aktie.
Sie haben Angst und Mut
Die Skepsis kommt nicht von ungefähr. D-Wave arbeitet weiterhin nicht profitabel und musste im ersten Quartal einen Nettoverlust von mehr als 18 Millionen US-Dollar ausweisen. Zudem bleibt das hohe Zinsniveau ein Belastungsfaktor für wachstumsorientierte Technologieunternehmen, deren Geschäftsmodelle zunächst hohe Investitionen erfordern. Zusätzliche Unsicherheit entstand zuletzt durch umfangreiche Insiderverkäufe, die bei vielen Anlegern Fragen nach dem kurzfristigen Vertrauen in die eigene Kursentwicklung aufwarfen.
Gleichzeitig sprechen jedoch mehrere Kennzahlen dafür, dass sich das Geschäft deutlich dynamischer entwickelt als die Börsenbewertung vermuten lässt. Noch liegen die Werte für das 2. Quartal nicht vor, sie werden erst am 6.8. benannt. Aber im ersten Quartal erzielte D-Wave mit einem Auftragseingang von mehr als 33 Millionen US-Dollar einen Rekordwert.
Allein dieser Umstand sorgte für die Euphorie, die lange herrschte. Aktuell werden wohl in erster Linie wegen steigender Speicher-Preise und der Tech-Unsicherheit Gewinne vom Tisch genommen.
Zwar gilt die Aktie mit einem 14-Tage-RSI von knapp 31 als überverkauft, gleichzeitig notiert sie jedoch weiterhin deutlich unter ihren wichtigen gleitenden Durchschnitten. Die hohe Schwankungsintensität unterstreicht zusätzlich, wie stark kurzfristige Erwartungen den Handel derzeit beeinflussen. Oder anders: Die Zahlen am 6.8. werden wichtig. Die Spekulationen und hohen Erwartungen der Analysten aber bleiben dennoch schon jetzt wichtig. Analysten gehen von steigenden Notierungen aus.
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