Mit einer erwarteten Schwankungsbreite von bis zu 17,5 % in beide Richtungen blickt der Optionsmarkt auf die anstehenden Quartalszahlen von D-Wave Quantum. Selten wird deutlicher, wie gespalten die Einschätzungen der Anleger derzeit sind: Während die einen auf den Durchbruch der Quantentechnologie setzen, verweisen andere auf die anhaltenden Verluste und den weiterhin intakten Abwärtstrend.
Das Drehbuch für die Aktie ist gewaltig
Im Montagshandel gewann diese optimistischere Sicht zunächst die Oberhand. Für D-Wave Quantum wurden zum Börsenschluss 17,36 Euro gezahlt, nachdem die Aktie im Tagesverlauf um 10,2 % angezogen hatte. Die Erholung ändert jedoch nichts daran, dass der Titel noch immer deutlich unter früheren Höchstständen notiert und der übergeordnete Charttrend angeschlagen bleibt.
Entscheidend dürfte deshalb weniger das Quartalsergebnis selbst sein als die Qualität des Ausblicks. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund vier Millionen US-Dollar und einem Verlust je Aktie zwischen 0,08 und 0,10 US-Dollar. Besonders interessant ist die Frage, welchen Beitrag der 10-Millionen-Dollar-QCaaS-Vertrag inzwischen leistet und ob die Zusammenarbeit mit AT&T schneller in kommerzielle Anwendungen überführt werden kann.
Langfristig sprechen mehrere Faktoren weiterhin für das Unternehmen. D-Wave zählt zu den wenigen Anbietern, die sowohl Annealing- als auch Gate-Modell-Quantencomputer entwickeln, und verfügt damit über eine vergleichsweise breite technologische Basis. Zusätzlich könnten staatliche Förderprogramme in den USA den gesamten Quantencomputing-Sektor unterstützen und die Investitionsbereitschaft erhöhen. Das Handelsministerium der US-Regierung hatte bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach es sich mit 100 Millionen Dollar am Eigenkapital beteiligen wolle.
Der eigentliche Gradmesser bleibt jedoch die Fähigkeit, technologische Fortschritte in ein tragfähiges Geschäftsmodell zu überführen. Die hohen Buchungen der vergangenen Quartale haben die Erwartungen entsprechend steigen lassen. Jetzt muss das Management zeigen, dass daraus ein nachhaltig wachsendes Umsatzniveau entsteht. Analysten sind hier extrem zuversichtlich. Die Kursziele sind kaum zu fassen.
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