Ein unverändert größeres Rätsel stellt die kurzfristige Zukunft der D-Wave Quantum an den Börsen dar. Am Freitag ging es für den Titel um 2,03 % abwärts. Auf den Kurstafeln leuchtet der Wert von 20,22 Euro. Damit bleibt der Titel deutlich unter den Erwartungen vieler Analysten, die weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial sehen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 36,44 US-Dollar und damit 55,92 % über dem zuletzt ausgewiesenen Schlusskurs. Die Differenz zwischen aktueller Börsenbewertung und Analystenschätzungen gehört damit zu den größten im Quantencomputing-Sektor.

Der Hype bleibt

Für zusätzliche Diskussionen sorgten Anfang Juni mehrere Analystenkommentare. B. Riley erhöhte zunächst das Kursziel von 36 auf 40 US-Dollar und bestätigte die positive Einschätzung. Gleichzeitig wurden weitere Studien veröffentlicht, die auf den zunehmenden kommerziellen Einsatz von Quantencomputern verweisen. Hier geht es am Ende um die Geschwindigkeit der Rechenprozesse, die ganz neue Dimensionen erreichen soll.

Die wirtschaftliche Entwicklung liefert Argumente für die sehr zuversichtlichen Prognosen. Im ersten Quartal stiegen die Buchungen gegenüber dem Vorjahr um nahezu 2.000 % auf 33,4 Millionen US-Dollar. Verantwortlich war unter anderem ein millionenschwerer Systemverkauf an die Florida Atlantic University. Die Kennzahl zeigt, dass erste kommerzielle Anwendungen inzwischen zu messbaren Auftragseingängen führen.

Dem steht jedoch ein Umsatzrückgang gegenüber. Die Erlöse fielen im Quartal um rund 81 % auf 2,9 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen begründet dies mit dem Projektcharakter großer Aufträge und einer außergewöhnlich hohen Vergleichsbasis im Vorjahr. Für Investoren entsteht dadurch ein gemischtes Bild zwischen starkem Auftragseingang und schwankender Umsatzentwicklung.

Das wiederum zerstört das Bild vom gesunden Unternehmen. Die Notierungen sind im Aufwärtstrend, aber Schwankungen werden hier sehr sicher deutlich dazugehören. Analysten meinen: Nach oben.