Daimler Truck setzt einen mehrjährigen Liefervertrag mit der Kosovo Security Force um. Am Freitag übergab Daimler Truck Defence die ersten zwölf Mercedes-Benz Unimog U 5000. Für Anleger steht damit ein konkreter Auslieferungsschritt im Mittelpunkt. Zugleich richten sich die Blicke auf die bevorstehenden Quartalszahlen und die rechtlichen Entwicklungen rund um das Lkw-Kartell.

Die Fahrzeuge gehören zu einem im Februar geschlossenen Dreijahresvertrag. Die Übergabe markiert damit den Beginn der Auslieferungen aus dieser Vereinbarung, nicht den Abschluss des gesamten Vertrags. Für die Einordnung der Nachricht ist diese Unterscheidung wichtig: Gemeldet wurde die erste Lieferung innerhalb einer längerfristigen Vereinbarung.

Flottenentscheider sehen Kostenvorteile bei Elektro-Lkw

Ein weiteres Signal aus dem operativen Umfeld lieferte Daimler Truck am Donnerstag. Nach einer Unternehmensumfrage halten mehr als 40 Prozent der befragten Flottenentscheider batterieelektrische Lkw aus Sicht der Gesamtbetriebskosten für wirtschaftlicher als Diesel-Lkw.

Das Ergebnis beschreibt die Einschätzung der Befragten zur Wirtschaftlichkeit. Es ist damit ein Hinweis auf die Wahrnehmung elektrischer Lastwagen bei potenziellen Kunden, aber keine Absatzmeldung. Für Anleger sind die beiden Nachrichten entsprechend unterschiedlich einzuordnen: Im Kosovo geht es um ausgelieferte Fahrzeuge, bei der Umfrage um das Kostenurteil von Flottenentscheidern.

Unterschiedliche Signale aus den Kartellverfahren

Auf der rechtlichen Seite stehen zwei am Montag bekannt gewordene Entwicklungen nebeneinander. Medienberichten zufolge bezifferte das Landgericht München I den kartellbedingten Preisschaden bei schweren Daimler-Lkw auf 3,7 Prozent des Nettopreises. Bei mittelschweren Fahrzeugen setzte es 4,2 Prozent an. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Daneben wies das Gericht die Schadenersatzklage der Inkassofirma Financialright ab. Diese betraf eine Forderung über 867 Millionen Euro für 84.000 Lkw. Daimler erklärte, die gewählte Form der Sammelklage sei in Deutschland unzulässig.

Financialright kündigte Berufung an. Die Abweisung dieser Klage und die bezifferten Preisschäden dürfen deshalb nicht zu einem einheitlichen Verfahrensausgang zusammengezogen werden.

Rückkäufe und Quartalszahlen im Blick

Parallel setzt Daimler Truck das Aktienrückkaufprogramm fort. Vom 19. bis einschließlich 23. Oktober erwarb das Unternehmen 998.898 eigene Aktien. Seit dem 16. März summierten sich die Rückkäufe damit bis zum genannten Stichtag auf 11.660.067 Aktien.

Der nächste Termin für die Beurteilung der Geschäftsentwicklung ist die Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal 2026 am 6. November. Medienberichten zufolge sind die Veröffentlichung für 07:00 Uhr und die Presse- und Analystenkonferenz für 08:00 Uhr angesetzt. Dann stehen neben einzelnen Liefermeldungen wieder die Quartalsergebnisse im Zentrum.