Die Daimler Truck-Aktie dominierte gestern den DAX – und das in einem schwachen Marktumfeld. Der Titel legte 1,35 Prozent zu und kletterte auf 44,40 Euro. Verantwortlich dafür: eine Kaskade positiver Analystenkommentare, die den gesamten europäischen Lkw-Sektor in Bewegung bringen.

JPMorgan-Analyst Akshat Kacker hob gestern Abend das Kursziel für Daimler Truck von 45 auf 47 Euro an und bekräftigte seine „Overweight“-Einstufung. Seine Begründung ist eindeutig: Europäische Lkw-Hersteller haben 2026 – und auch mittelfristig – die Nase vorn gegenüber ihren nordamerikanischen Konkurrenten.

Europa fährt davon

Was treibt diese Zuversicht? Zwei Faktoren spielen zusammen: Die alternde Lkw-Flotte in Europa drängt zur Erneuerung, und die CO2-basierte Lkw-Maut beschleunigt diesen Prozess zusätzlich. Das Ergebnis: steigende Absatzvolumina in der Region. Kacker hob seine operative Ergebnisprognose für Daimler Truck für die Jahre 2026 und 2027 entsprechend an.

Doch nicht alles ist Sonnenschein. Der Analyst warnt Investoren bereits vor einem möglicherweise enttäuschenden Ausblick für 2026, den das Unternehmen vorlegen könnte. Offenbar rechnet er damit, dass die offiziellen Prognosen hinter seinen eigenen optimistischen Schätzungen zurückbleiben werden.

Traton profitiert mit

Die positive Branchenstimmung erfasst den gesamten Sektor. Die Traton-Aktie, die ebenfalls von JPMorgan beobachtet wird, legte gestern 1,31 Prozent auf 35,60 Euro zu. Seit Ende vergangener Woche summieren sich die Kursgewinne bereits auf elf Prozent. Kacker bestätigte für Traton seine „Neutral“-Einstufung mit einem Kursziel von 30 Euro – setzt aber klar auf Daimler Truck und Volvo als seine Favoriten.

Die Analystenrunde begann bereits am Dienstag: Bank-of-America-Analyst Alexander Jones kürte Daimler Truck zu seinem neuen Branchenfavoriten. Der Lkw-Zyklus nehme Fahrt auf, so seine Einschätzung. Die Rally im Lkw-Sektor läuft – noch bevor die meisten Unternehmen ihre Quartalszahlen veröffentlicht haben.