JPMorgan hält an seiner optimistischen Einschätzung fest — und sieht dennoch Gegenwind. Für das erste Quartal 2026 zeichnet sich im nordamerikanischen Kerngeschäft eine spürbare Margenschwäche ab, die Anleger im Blick behalten sollten.

Margenlücke im wichtigsten Segment

Analyst Akshat Kacker von JPMorgan bestätigt die Einstufung „Overweight“ mit Kursziel 47 Euro, benennt aber konkrete Schwachstellen: Die Marge im Nordamerika-Segment könnte im ersten Quartal bei rund 4,7 Prozent landen. Das wäre deutlich unter der Jahresprognose von 6 bis 8 Prozent — und Nordamerika ist traditionell eine der tragenden Säulen der Konzernprofitabilität.

Hintergrund sind gleich mehrere belastende Faktoren. Der Dieselpreis in den USA stieg im Februar 2026 auf 3,72 USD pro Gallone, nach 3,52 USD im Januar. Da Treibstoffkosten rund 21 Prozent der Gesamtkosten im Straßengüterverkehr ausmachen, dämpft das die Investitionsbereitschaft der Flottenbetreiber. Gleichzeitig schwächte sich der Intermodal-Markt in den ersten fünf Wochen des Jahres ab: Die inländischen Intermodal-Einheiten sanken um 3,25 Prozent.

Geopolitik gibt kurzfristig Rückenwind

Etwas Entlastung kommt von der Makroseite. Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt sorgten zuletzt für sinkende Risikoprämien an europäischen Börsen. Für Daimler Truck sind stabile Lieferwege durch die Straße von Hormus strategisch relevant — Störungen der globalen Energieversorgung gehen historisch mit gebremsten Investitionen in Lkw einher. Die Entspannungssignale stützten auch die Aktie, die seit Jahresbeginn rund 13 Prozent zugelegt hat.

Am 6. Mai 2026 legt das Unternehmen die offiziellen Quartalszahlen vor. Dann zeigt sich, ob die prognostizierte Schwäche in Nordamerika durch Kosteneffizienz in anderen Regionen oder eine anziehende Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte aufgefangen werden konnte — JPMorgan setzt trotz des verhaltenen Q1-Ausblicks weiterhin auf Erholung.