Ausgerechnet gute Zahlen sorgen für rote Kurse: Der DAX startete am Mittwoch mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 24.970,05 Punkten in den Handel und rutschte im Tagesverlauf zeitweise unter 24.930 Zähler. Verantwortlich dafür ist ausgerechnet ein Schwergewicht, das eigentlich mit soliden Ergebnissen aufwartete. Erst am Nachmittag fand der Index zurück über die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke.

BASF überzeugt operativ, der Ausblick bremst

BASF legte ein bereinigtes EBITDA von 2,4 Milliarden Euro vor und übertraf damit die Markterwartung von rund 2,1 Milliarden Euro deutlich. Die Aktie verlor dennoch etwa 4 Prozent. Der Grund liegt in der Jahresprognose: Mit 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro bestätigt der Konzern lediglich die bereits bestehenden Erwartungen, ohne neue Fantasie zu liefern.

Parallel dazu rückte der niederländische Anlagenbauer ASML in den Fokus der Berichtssaison. Der Chip-Zulieferer hob seine Umsatzprognose kräftig an, von zuvor 36 bis 40 Milliarden Euro auf nun 43 bis 45 Milliarden Euro. Die Aktie legte dennoch nur moderat zu. Am deutschen Markt blieb der Effekt gedämpft: Infineon gab sogar nach, während sich Zulieferer wie Aixtron oder Süss Microtec kaum bewegten.

US-Erzeugerpreise dämpfen Inflationssorgen

Unterstützung kam von der Datenfront jenseits des Atlantiks. Die US-Erzeugerpreise stiegen im Juni nur um 5,5 Prozent zum Vorjahr, nach zuvor erwarteten 6,2 Prozent. Das war der zweite Inflationsdämpfer binnen zwei Tagen, nachdem bereits die Verbraucherpreise am Dienstag schwächer als befürchtet ausgefallen waren. In der Eurozone zeichnete sich dagegen ein trüberes Bild: Die Industrieproduktion sank im Mai überraschend um 0,2 Prozent zum Vormonat, während Ökonomen mit einem Plus gerechnet hatten.

Der DAX bewegt sich damit weiterhin in unmittelbarer Nähe seines Rekordhochs vom 6. Juli bei 25.900,10 Punkten. Die Berichtssaison nimmt in den kommenden Tagen weiter Fahrt auf, in den USA legen unter anderem Johnson & Johnson und Morgan Stanley Zahlen vor. Am 29. Juli entscheidet die US-Notenbank über ihren nächsten Zinsschritt.