Der DAX kommt nicht aus dem Tritt. Nach dem Rekordhoch bei 26.618 Punkten am Freitag zwingen steigende Ölpreise und Anleiherenditen den Index zum zweiten Rücksetzer in Folge. Der X-DAX signalisierte vor Handelsbeginn ein Minus von 0,1 Prozent auf rund 26.230 Punkte, die DAX-Futures notierten mit 26.241 Punkten ebenfalls leichter.

Damit droht dem Leitindex erstmals seit Juli der Rutsch unter die 21-Tage-Linie, eine Marke, die kurzfristig orientierte Trendfolger genau beobachten. Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 zeigt sich dagegen mit knapp 0,2 Prozent im Plus etwas robuster.

Zinsängste treiben die Renditen

Der eigentliche Belastungsfaktor liegt nicht im DAX selbst, sondern in den globalen Anleihemärkten. Steigende Renditen machen Aktien im Vergleich zu Anleihen weniger attraktiv — gerade bei den ohnehin schon hohen Bewertungen vieler Indexschwergewichte. Hinzu kommt eine an den Märkten inzwischen als sicher geltende Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank in der kommenden Woche, die die Nervosität zusätzlich befeuert.

Von echtem Verkaufsdruck kann aber noch keine Rede sein. Investoren gehen selektiv vor: Bei Merck, Symrise und Infineon zeigt sich Kaufinteresse, ebenso bei RWE und Rheinmetall. Unterstützung liefern zudem Halbleiterwerte wie Nvidia und Micron, die nach ihren jüngsten Korrekturen wieder gefragter sind — ein Umstand, der auch auf die Stimmung im DAX abstrahlt.

Auf der Unternehmensseite sorgt derweil ein struktureller Umbau für Schlagzeilen, ohne den Index selbst zu bewegen: Die vormalige Deutsche Post firmiert seit dem 1. September als DHL AG, das operative Deutschlandgeschäft bleibt als Tochtergesellschaft unter dem alten Namen bestehen. Parallel meldete der Konzern eine Übernahme des uruguayischen Logistikunternehmens Aero Cargas zur Stärkung des Südamerika-Geschäfts.

Blick auf die Handelsspanne

Aus technischer Sicht dürfte sich der DAX am Dienstag zwischen 26.100 und 26.350 Punkten bewegen. Richtungsweisend werden die Einkaufsmanagerindizes und Verbraucherpreise aus Europa sowie die ISM-Daten und JOLTS-Zahlen aus den USA, die im Tagesverlauf anstehen. Bleibt der Verkaufsdruck so verhalten wie am Vormittag, dürfte die Marke von 26.000 Punkten als Unterstützung vorerst halten.